Examensarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
3. Die allgemeine Schulpflicht
3.1 Historische Entwicklung der Schulgesetzgebung
3.2 Die gesetzliche Schulpflicht heute
3.3 Durchsetzung der Schulpflichterfüllung
3.4 Zusammenfassung
4. Statistische Grundlagen zur Schulvermeidung von Kindern und Jugendlichen
4.1 Problematische Aspekte der Datenerhebung
4.2 Empirische Forschungsergebnisse zum quantitativen Ausmaß von Schulvermeidung
4.3. Empirische Forschungsergebnisse zu den Gründen von Schulvermeidung
4.4 Zusammenfassung
5. Erscheinungsformen schulvermeidenden Verhaltens
5.1 Schulaversives Verhalten durch Abwesenheit des Schülers
5.1.1 Schulschwänzen
5.1.2 Schulverweigerung
5.1.3 Zurückhalten
5.1.4 Schulphobie
5.1.5 Schulangst
5.2 Schulaversives Verhalten bei Anwesenheit des Schülers
5.2.1 Verdeckte Unterrichtsverweigerung
5.2.2 Offene Unterrichtsverweigerung
5.3 Zusammenfassung
6. Korrelate schulvermeidender Verhaltensweisen
6.1 Schülerbezogene Variablen
6.1.1 Geschlecht
6.1.2 Alter / Jahrgangstufe
6.1.3 Soziale Herkunft
6.1.4 Schulleistung
6.1.5 Abweichendes Verhalten
6.2 Schulische Variablen
6.2.1 Schulform
6.2.2 Schulqualität
6.3 Beziehungsvariablen im Schulkontext
6.3.1 Schüler-Lehrer-Beziehung
6.3.2 Eltern-Lehrer-Beziehung
6.3.3 Schüler-Schüler-Beziehung
6.4. Wirkungsgeflecht nach Schulze / Wittrock
6.5 Zusammenfassung
7. Schulvermeidung und nachschulisches Leben
8. Handlungskonzepte im Umgang mit Schulvermeidung
8.1. Schulische und außerschulische Handlungsmöglichkeiten
8.1.1 Präventive Maßnahmen
8.1.2 Interventive Konzepte
8.1.3 Rehabilitative Möglichkeiten
8.2 Schulsozialarbeit - eine Möglichkeit der Kooperation von Schule und Jugendhilfe
8.3 Bildung von Netzwerken
8.4 Alternativbeschulung schulvermeidender Kinder und Jugendlicher
8.5 Praxisbeispiele
8.5.1 Handlungskonzepte in Niedersachsen
8.5.1.1 Landesspezifische Regelungen und Initiativen
8.5.1.2 Modellprojekte zur Prävention und Intervention
8.5.2 Mädchenprojekt „Zukunft“ in Köln
8.5.2.1 Teilprojekt „Pfiffigunde“
8.5.2.2 Teilprojekt „Die Kneifzange“
8.5.3 Das Netzwerk der Jean-Piaget-Oberschule Berlin
8.6 Zusammenfassung
9. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen schulvermeidenden Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen im deutschen Schulsystem mit dem Ziel, Ursachen, Erscheinungsformen sowie Möglichkeiten der pädagogischen Intervention und Prävention aufzuzeigen, um betroffene Schüler wirksam zu unterstützen.
5.1.1 Schulschwänzen
Das „Schulschwänzen“ (engl.: truancy) ist der am häufigsten verwendete Terminus, wenn es um das unentschuldigte Fernbleiben von der Schule geht. Historisch betrachtet stand der Begriff lange im Mittelpunkt der Diskussion und wurde von der Mehrheit der Autoren als Ausdrucksform einer Störung, zurückzuführen auf Erziehungsmängel und Verwahrlosung, verstanden (vgl. Neukäter & Ricking, 2000, S. 815).
Ob jedoch das unerlaubte Fehlen im Unterricht stets ein Problem des Schülers darstellt, beurteilt Sander (1979) mit Skepsis. Die Auffassung, Schulschwänzen als eine soziale Fehlanpassung oder externalisierende Störung darzustellen, wird von ihm nicht zustimmend vertreten, „weil das Fernbleiben vom Unterricht aus eigenem Entschluss eines Schülers auch die verständliche Reaktion auf unzumutbare schulische Mißstände sein kann und dann eher ein Hinweis auf Selbständigkeit und Emanzipation als auf Verwahrlosung und Delinquenz wäre“ (Sander in Hildeschmidt et al., 1979, S. 29).
Trotz widersprüchlicher Definitionen, können folgende drei Hauptkriterien als verbreitete und akzeptierte Übereinstimmungen verstanden werden: Die Ungesetzlichkeit (des Grundes), die Eigeninitiative des Kindes und die fehlende Kenntnis bzw. fehlende Erlaubnis der Eltern (vgl. Ricking & Neukäter, 1997b, S. 51).
Im deutschsprachigen Raum hat sich folgende Definition von Preuß (1978, S. 164) etabliert: „Von Schulschwänzen wird gesprochen, wenn Kinder und Jugendliche zeitweilig oder anhaltend - in der Regel - ohne Wissen der Eltern die Schule nicht besuchen und während der Unterrichtszeit einer für sie angenehmeren Beschäftigung meist im außerhäuslichen Bereich nachgehen.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit für das Phänomen der Schulvermeidung und definiert den Handlungsbedarf für Schule und Jugendhilfe.
2. Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel erläutert die definitionstechnische Problematik verschiedener Fachbegriffe wie Schulschwänzen, Schulverweigerung oder schulaversives Verhalten.
3. Die allgemeine Schulpflicht: Die Arbeit erörtert die historische Entwicklung der Schulpflicht in Deutschland sowie deren aktuelle gesetzliche Ausgestaltung und die Möglichkeiten staatlicher Intervention.
4. Statistische Grundlagen zur Schulvermeidung von Kindern und Jugendlichen: Dieses Kapitel analysiert die Schwierigkeiten der Datenerhebung sowie empirische Forschungsergebnisse zur Verbreitung und den Ursachen von Schulvermeidung.
5. Erscheinungsformen schulvermeidenden Verhaltens: Es werden verschiedene Ausprägungen wie Schulschwänzen, Schulverweigerung, Schulphobie und Unterrichtsverweigerung differenziert dargestellt.
6. Korrelate schulvermeidender Verhaltensweisen: Das Kapitel untersucht Variablen, die mit Schulvermeidung in Zusammenhang stehen, darunter schülerbezogene Faktoren, die Schulform, Schulqualität sowie Beziehungsgeflechte.
7. Schulvermeidung und nachschulisches Leben: Hier werden die möglichen langfristigen Konsequenzen für den weiteren Bildungs- und Lebensweg der betroffenen Kinder und Jugendlichen beleuchtet.
8. Handlungskonzepte im Umgang mit Schulvermeidung: Das Hauptkapitel fokussiert auf präventive, interventive und rehabilitative Ansätze sowie die Bedeutung von Kooperationen, Schulsozialarbeit und konkreten Praxisbeispielen.
9. Schlussbetrachtung und Ausblick: Die abschließenden Überlegungen fassen die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und geben einen Ausblick auf die zukünftige notwendige wissenschaftliche und praktische Auseinandersetzung mit der Thematik.
Schulvermeidung, Schulabsentismus, Schulschwänzen, Schulverweigerung, Schulpflicht, Schulsozialarbeit, Prävention, Intervention, pädagogische Handlungskonzepte, Schüler-Lehrer-Beziehung, Schulangst, Schulphobie, Lernmotivation, Bildungschancen, Vernetzung.
Die Arbeit behandelt das Phänomen schulvermeidenden Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, untersucht dessen Ursachen und Erscheinungsformen und diskutiert pädagogische Lösungsansätze.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Begriffsbestimmung, statistische Grundlagen, verschiedene Erscheinungsformen (z.B. Schwänzen vs. Phobie), Einflussfaktoren wie das Schulklima und konkrete Handlungskonzepte für die Praxis.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für schulvermeidendes Verhalten zu schaffen und fundierte Möglichkeiten für Prävention, Intervention und die Reintegration der Kinder in den Schulalltag aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche und der Auswertung bestehender empirischer Studien, die sie in einen pädagogischen Kontext einbettet.
Der Hauptteil beschäftigt sich differenziert mit den verschiedenen Arten der Schulvermeidung sowie den Faktoren, die dieses Verhalten beeinflussen, bevor er konkrete Interventionsmöglichkeiten vorstellt.
Schulabsentismus, Schulschwänzen, Schulsozialarbeit, Schulpflicht, Handlungskonzepte und bildungspolitische Ansätze sind wesentliche Schlagworte.
Die Arbeit betont, dass diese Zusammenarbeit eine essenzielle Grundlage für erfolgreiche Interventions- und Rehabilitationskonzepte darstellt, um den Bruch mit der Schule zu verhindern.
Nach der Arbeit basiert Schulschwänzen eher auf der Eigeninitiative des Schülers ohne Wissen der Eltern, während Schulverweigerung (oft verbunden mit Ängsten) den Eltern bekannt ist und psychogene Symptome aufweist.
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