Examensarbeit, 2006
66 Seiten, Note: 1
1 Planung der Unterrichtseinheit
1.1 Voraussetzungen in der Klasse
1.2 Themenfindung
1.3 Didaktische Analyse
1.4 Lernziele der Unterrichtseinheit
1.5 Methodik
1.5.1 Methodischer Ansatz
1.5.2 Methodischer Gang
1.5.3 Sozialformen
2 Durchführung der Unterrichtseinheit
2.1 Übersicht über die Stundenverteilung
2.2 Die 1.Unterrichtsstunde: Expressionismus
2.3 Die 2. Unterrichtsstunde: Expressionismus II - Le sacre du printemps
2.4 Die 3. Unterrichtsstunde: Minimal Music – „Clapping Music“
2.5 Die 4. Unterrichtsstunde: Komposition einer Minimal Music am Computer
2.6 Die 5. Unterrichtsstunde: Versuche zur Aleatorik am Beispiel von „Hand und Fuß“
2.7 Die 6. Unterrichtsstunde: „Hand und Fuß“ II – Üben des 2. Teils
2.8 Die 7. Unterrichtsstunde: Projekt - Besuch des Komponisten Kaspar Ewald
2.9 Die 8. Unterrichtsstunde: Zusammenfassung
3 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Schülern der Klasse 11 einen Zugang zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts zu verschaffen, indem sie rhythmische Prinzipien anhand ausgewählter Werke praktisch erfahrbar macht und durch die Einbeziehung eines zeitgenössischen Komponisten ein vertieftes Verständnis für moderne Musik weckt.
Die 2. Unterrichtsstunde: Expressionismus II - Le sacre du printemps
Die zweite Stunde verbindet das Sehen und Hören noch mit dem aktiven Musizieren eines Ausschnittes aus dem Opfertanz.8 Dadurch wird eine Vernetzung der vier Gedächtnissysteme erreicht. Gerade für den Musikunterricht ist diese Vernetzung wichtig, denn „Wissen über Musik entsteht nur auf der Basis der eigenen musikalischen Erfahrungen durch das Machen von Musik.“9 Durch die Verknüpfung von Hören, Sehen, Diskutieren und Tun erreichen die Schüler laut der Gedächtnisforschung eine Behaltensquote von 90% (vgl. Abbildung 1)
Wichtig ist mir auch, dass die Schüler spüren, welche Auswirkungen die eigenwillige Rhythmik des Opfertanzes auf das Orchester und auch das Ballett hat. Durch die Reduktion auf das Musizieren des Rhythmus mit dem Tönen des ersten Akkordes soll es allen Schülern ermöglicht werden, ein paar Takte des Opfertanzes zu spielen. Entscheidend ist die neuartige Rhythmik Strawinskys, alle anderen Parameter habe ich ausgeklammert. Musizieren des Rhythmus als Einblick in die musikalischen Strukturen10 muss hier genügen, denn um das Stück weitergehend einzustudieren würde der zeitliche Rahmen gesprengt werden.
1 Planung der Unterrichtseinheit: Beschreibung der Ausgangslage, der didaktischen Überlegungen sowie der methodischen Konzeption der Unterrichtsreihe.
2 Durchführung der Unterrichtseinheit: Detaillierte Darstellung des Unterrichtsverlaufs in acht Stunden inklusive Zielsetzungen, Medien und Reflexionen zu den einzelnen Phasen.
3 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Evaluation des Projekts und Reflexion über die Wirksamkeit der gewählten Methoden.
Neue Musik, Rhythmus, Expressionismus, Minimal Music, Kaspar Ewald, Strawinsky, Unterrichtsplanung, Musikdidaktik, Klassenmusizieren, Musiktheorie, Aleatorik, Computereinsatz, Komposition, 20. Jahrhundert, Rhythmusanalyse
Die Arbeit dokumentiert eine Unterrichtseinheit für eine 11. Klasse an einem Gymnasium zum Thema „Rhythmus in der neuen Musik“, wobei exemplarisch drei Stilrichtungen anhand von drei Komponisten (Strawinsky, Reich, Ewald) behandelt werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Rhythmik in der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, der Verknüpfung von Musiktheorie und praktischem Musizieren sowie der Einbindung außermusikalischer Impulse wie Bildender Kunst und direkter Expertenbegegnungen.
Das Hauptziel ist es, Schülern ohne tiefgreifende theoretische Vorkenntnisse einen motivierenden und handlungsorientierten Zugang zur komplexen Musik der Moderne zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf handlungsorientierten Musikpädagogik-Konzepten, bei denen aktives Musizieren, analytisches Hören und Reflexion der Schüler im Zentrum stehen, ergänzt durch biographische und werkanalytische Ansätze.
Im Hauptteil wird der Unterrichtsverlauf über acht Stunden detailliert dargelegt, beginnend beim Expressionismus (Strawinsky), über die Minimal Music (Reich) bis hin zur Neuen Einfachheit (Ewald).
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Neue Musik, Rhythmus, Klassenmusizieren, handlungsorientierter Unterricht, Expressionismus, Minimal Music und die Einbeziehung zeitgenössischer Komponisten.
Kaspar Ewald dient als zentraler Ankerpunkt für die Vermittlung zeitgenössischer Musik; durch seinen direkten Besuch und die gemeinsame Erarbeitung seines Werkes „Hand und Fuß“ wird die Bindung der Schüler an das Fach gestärkt.
Das Stück wurde gewählt, weil es für eine 11. Klasse angemessen im Schwierigkeitsgrad ist und durch seine rhythmischen Patterns, die mit Körperinstrumenten umgesetzt werden können, eine hohe praktische Umsetzbarkeit bietet.
Herausforderungen waren unter anderem die pubertätsbedingte Unruhe der Jungen, Probleme bei der Umsetzung von Notentexten in der Praxis und organisatorische Fragen bei der Einteilung der Flossengruppe für das Stück von Kaspar Ewald.
Der Einsatz des Notensatzprogramms „capella“ zur Komposition eigener Minimal-Music-Stücke wird als sehr positiv bewertet, da er die Motivation steigerte und das Verständnis für die Struktur minimalistischer Musik bei den Schülern festigte.
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