Examensarbeit, 2005
101 Seiten, Note: 1,5
1. Konflikte
1.1 Konflikte - Definitionen und Typologien
1.2 Das Eisberg-Modell
1.3 Stufen der Eskalation von Konflikten
1.4 Umgang mit Konflikten
2. Mediation als Verfahren zur konstruktiven Konfliktlösung
2.1 Definition, Idee und Ziele der Mediation
2.2.1 Historische und kulturelle Wurzeln des Mediationsgedankens
2.2.2 Verbreitung aus den USA nach Deutschland
3. Methodik der Mediation
3.1 Zentrale Techniken
3.2 Die Phasen der Mediation
3.2.1 Einteilung der Phasen
3.2.2 Ablauf der Phasen
Verschiedene Lösungsmöglichkeiten
3.3 Kommunikationsrichtungen während eines Mediationsgesprächs
3.4 Die Rolle des Mediators
4. Einsatz von Peer-Mediation an Schulen
4.1 Konflikte in der Schule
4.1.1 Traditioneller Umgang mit schulischen Konflikten
4.2 Peer-Education
4.3 Peer-Mediation
4.3.1 Idee und Ziele der Peer-Mediation
4.3.2 Ursprung und Verbreitung von Peer-Mediation an Schulen
4.3.3 Ausbildung von Schülern zu Streitschlichtern
4.4 Notwendige Rahmenbedingungen
4.5 Peer-Mediation an Förderschulen
5. Chancen und Grenzen der Peer-Mediation an Schulen
5. 1 Chancen der Peer-Mediation
5.2 Grenzen der Peer-Mediation
6. Streitschlichtung an der Anne-Frank-Schule in Hildesheim
6.1 Pilotprojekt „Streitschlichtung durch SchülerInnen“
6.2 Ausbildung der Streitschlichter 2002/2003
6.3 Ausbildung der Streitschlichter 2004/2005
6.4 Durchführung von Streitschlichtungen
6.5 Hospitation bei einer Schlichtung
6.6 Interview mit den Streitschlichtern Alexander und Manal
7. Streitschlichtung an der Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim
7.1 Gesamtkonzept zur Förderung des sozialen Lernens
7.2 Von der Idee zur Vorbereitung eines Streitschlichterprogrammes an der RBG
7.3 Durchführung der Streitschlichter-AG der 7. Jahrgangsstufe
7. 4 Durchführung der Streitschlichtungen
7.4.1 Rahmenbedingungen
7.4.2 Ergebnisse der Streitschlichtungen: Interview mit zwei Streitschlichterinnen
7.5 Seminar „Streitschlichtung an der RBG“
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Peer-Mediation als effektives Verfahren zur konstruktiven Konfliktlösung in schulischen Kontexten, wobei ein besonderer Fokus auf die praktische Umsetzung an einer Förderschule und einer Gesamtschule gelegt wird.
1.2 Das Eisberg-Modell
Das Eisberg-Modell basiert auf der Erkenntnis, dass nur ein Achtel eines Eisberges über der Wasseroberfläche zu sehen ist. Die restlichen sieben Achtel befinden sich unter Wasser, so dass sie nicht (oder zumindest nicht auf den ersten Blick) zu erkennen sind.
Ebenso verhält es sich laut Besemer auch mit einem Konflikt: Der nach außen hin sichtbare Teil – der Sachkonflikt – zeigt nur einen kleinen Teil der Aspekte, die für das Analysieren und Lösen des Konfliktes wichtig sind. (vgl. Besemer 2003, S. 28).
Unter der Oberfläche hingegen befindet sich der viel größere und wichtigere Teil: Die Hintergründe eines Konflikts, die in den meisten Fällen die eigentlichen Ursachen liefern.
Zu diesem Hintergrund können gehören: Unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse der streitenden Parteien, verletzte Gefühle und Normen, Beziehungsprobleme, persönliche Probleme und Vorerfahrungen, differierende Werteansichten, Missverständnisse und Kommunikationsprobleme, verschiedene Sichtweisen oder strukturelle Bedingungen.
Erst bei Beachtung dieser im Verborgenen liegenden Gesichtspunkte, kann es zu einer zufrieden stellenden Lösung für beide Beteiligten kommen. Zur Veranschaulichung möchte ich an dieser Stelle ein Beispiel geben:
In einem Mediationsgespräch beklagt sich ein Vater darüber, dass seine 16-jährige Tochter am Wochenende regelmäßig zu spät nach Hause kommt. Sie kann seine Einwände nicht nachvollziehen und sieht es gar nicht ein, früher zu kommen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs stellt sich heraus, dass unterschiedliche Hintergründe die Ursache für den Konflikt liefern:
1. Konflikte: Es werden verschiedene Definitionen, Typologien und das Eisberg-Modell zur Analyse von Konflikten erörtert, um den destruktiven und konstruktiven Umgang mit Auseinandersetzungen zu unterscheiden.
2. Mediation als Verfahren zur konstruktiven Konfliktlösung: Das Kapitel definiert den Mediationsansatz, seine geschichtlichen Wurzeln und die Verbreitung der Methode von den USA nach Deutschland.
3. Methodik der Mediation: Hier werden die zentralen Kommunikationstechniken (wie Ich-Botschaften oder Spiegeln) und die strukturierten Phasen des Mediationsprozesses detailliert beschrieben.
4. Einsatz von Peer-Mediation an Schulen: Dieser Teil beleuchtet den traditionellen schulischen Umgang mit Konflikten und führt das Konzept der Peer-Mediation sowie notwendige Rahmenbedingungen für deren Anwendung ein.
5. Chancen und Grenzen der Peer-Mediation an Schulen: Es werden die Potenziale zur Verbesserung des Schulklimas sowie die Herausforderungen wie fehlende Akzeptanz oder Zeitknappheit kritisch diskutiert.
6. Streitschlichtung an der Anne-Frank-Schule in Hildesheim: Darstellung der schulspezifischen Implementierung, des Pilotprojekts sowie die Erfahrungen aus der Ausbildung und Schlichtungspraxis an einer Förderschule.
7. Streitschlichtung an der Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim: Beschreibung des Gesamtkonzepts für soziales Lernen an der Gesamtschule sowie Analyse des Ausbildungsprogramms und der gesammelten Praxiserfahrungen.
Peer-Mediation, Streitschlichtung, Konfliktlösung, Schule, Mediation, Soziale Kompetenz, Gewaltprävention, Eisberg-Modell, Kommunikation, Schulklima, Förderschule, Gesamtschule, Konfliktmanagement, Schülermediatoren, Konflikteskalation.
Die Hausarbeit untersucht, inwieweit Peer-Mediation ein effektives Verfahren zur konstruktiven Konfliktlösung an Schulen darstellt, unter besonderer Berücksichtigung der Praxis an einer Förderschule und einer Gesamtschule.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen von Konflikten und Mediation, die Methodik des Schlichtens, die Implementierung von Peer-Mediation in Schulen sowie spezifische Rahmenbedingungen für Erfolg und Scheitern dieses Modells.
Ziel ist es zu klären, wie Peer-Mediation als Baustein in ein schulisches Gesamtkonzept eingebettet werden kann, um Konfliktkulturen nachhaltig zu verbessern.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie empirisch orientierten Praxiserfahrungen, gewonnen durch Hospitationen und Experteninterviews an den ausgewählten Schulen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte der Konflikttheorie und Mediation sowie die detaillierte Darstellung und Reflexion der Streitschlichtungsprogramme an der Anne-Frank-Schule und der Robert-Bosch-Gesamtschule.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Peer-Mediation, Streitschlichtung, soziale Kompetenzentwicklung, Gewaltprävention und das Eisberg-Modell charakterisiert.
An Förderschulen ist oft ein spezielles, handlungsorientierteres Ausbildungsprogramm nötig, da Schüler hier häufiger eine engere Begleitung durch Lehrkräfte benötigen und die Vermittlung sozialer Kompetenzen kleinschrittiger erfolgen muss.
Peer-Mediation darf nicht als isolierte Maßnahme betrachtet werden. Nur wenn sie in ein präventives Gesamtkonzept eingebettet ist, findet eine breite Verankerung in der Schulkultur statt, wodurch Akzeptanz auf allen Ebenen der Schule gesichert wird.
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