Examensarbeit, 2005
102 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Zur Entwicklung des Phänomen Sammeln
2.1 Anthropologie des Sammelns
2.2 Geschichte
2.2.1 Reliquienschätze des 12. – 15. Jahrhunderts
2.2.2 Die Kunst- und Wunderkammern des 15.-18. Jahrhunderts
2.2.3 Bürgerliche Sammlungen und erste öffentliche Museen des 18. - 19. Jahrhunderts
2.2.4 Staatliche Museen des 20. - 21. Jahrhunderts
3 Zur Kultur des Sammelns
3.1 Sammlertypen
3.2 Formen der Sammeltätigkeit
3.3 Sammelobjekte
3.4 Zur Funktion des Sammelns: Psychologische Perspektiven
3.5 Pathologische Aspekte des Sammelns
4 Zum Sammeln der Kinder
4.1 Entwicklung des kindlichen Sammelns
4.2 Formen und Objekte kindlichen Sammelns
4.3 Funktionen des kindlichen Sammelns
5 Zum Sammeln in der Schule (Aspekte kindlicher Entwicklung in der Grundschule)
5.1 Argumente für und wider das Sammeln in der Schule
5.2 Sammeln als Didaktik
5.3 Sammeln als Gegenstand
6 Schlussbetrachtung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, die historische Entwicklung des Sammelns nachzuzeichnen, das Phänomen des Sammelns zu durchleuchten und zu untersuchen, inwiefern eine Einbindung des Sammelns in den Unterricht an der Grundschule didaktisch sinnvoll ist.
Die Neugierde
Durch die Geborgenheit im Binnenraum der Gruppe wird es dem Menschen möglich, der Natur auf eine andere, neugierige Art zu begegnen. Durch den sozialen Verbund werden die einzelnen Mitglieder mental und zeitlich entlastet, dadurch entsteht die Möglichkeit der Wahrnehmung neuer und fremder Erfahrungen. Neugierde beginnt das menschliche Verhalten zu bereichern, „die Welt [wird] in ihren Qualitäten erfasst, […] der mentale und emotionale Binnenraum des menschlichen Wesen[s] [wird] geöffnet für Begehren und Wunsch“.13
Die Aufmerksamkeit für einen Gegenstand kann sich festmachen an dessen Gestalt, seinen Materialeigenschaften, seinen Besonderheiten oder dessen „Schönheit“. Der rund geschliffene Stein, die farbenprächtige Blume oder eine besonders große Frucht. Wo ein Stein oder eine Blume eine solche Aufmerksamkeit erfahren, für wert empfunden werden, sich damit zu befassen, werden mehrere Exemplare folgen, obwohl nicht für die Existenzsicherung notwendig.14 Die Dinge werden durch die eingebrachte Aufmerksamkeit des Menschen mit Bedeutung „aufgeladen“.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die persönliche Motivation der Autorin und steckt das Forschungsfeld sowie den Aufbau der Arbeit ab.
2 Zur Entwicklung des Phänomen Sammeln: Dieses Kapitel behandelt die anthropologischen Ursprünge sowie die historische Evolution des Sammelns von den Anfängen der Menschheit bis hin zur modernen Museumslandschaft.
3 Zur Kultur des Sammelns: Hier werden unterschiedliche Sammlertypen, Formen der Sammeltätigkeit sowie psychologische und pathologische Aspekte des Sammelns beleuchtet.
4 Zum Sammeln der Kinder: Das Kapitel widmet sich der kindlichen Entwicklung bezüglich des Sammelns sowie den spezifischen Formen, Objekten und Funktionen des kindlichen Sammelns.
5 Zum Sammeln in der Schule (Aspekte kindlicher Entwicklung in der Grundschule): Hier wird untersucht, wie Sammeln als Didaktik oder als Gegenstand sinnvoll in den Grundschulunterricht integriert werden kann, unter Abwägung verschiedener Argumente.
6 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und resümiert, dass das Sammeln trotz der Herausforderungen eine unterstützenswerte Bereicherung für den Unterricht darstellt.
Sammeln, Kindheit, Grundschule, Pädagogik, Museum, Sammelleidenschaft, Bedeutungssammlung, Didaktik, Entwicklung, Anthropologie, Identitätsbildung, Ordnungssystem, Spiel, Motivation, Lehrmittel.
Die Arbeit untersucht das menschliche Bedürfnis zu sammeln, dessen Entwicklung und psychologische Hintergründe, mit einem speziellen Fokus auf die Bedeutung des Sammelns für Kinder und seine Rolle im Grundschulunterricht.
Die Arbeit gliedert sich in die anthropologischen und geschichtlichen Grundlagen, die psychologischen Aspekte des Sammelns, die kindliche Entwicklung im Sammelkontext und die schulpädagogische Integration.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Sammeln als aktive Tätigkeit das Lernen fördern kann und wie Lehrkräfte das Sammelbedürfnis von Kindern sinnvoll in den Unterricht integrieren können.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Einbeziehung psychologischer Theorien und der Auswertung empirischer Studien zum Sammelverhalten von Kindern basiert.
Der Hauptteil analysiert das Sammeln von den Jägern und Sammlern über historische Wunderkammern bis zur heutigen Museumskultur sowie die Entwicklung des kindlichen Sammelns und dessen pädagogische Einordnung.
Zentrale Begriffe sind die „Bedeutungssammlung“, das „Sammeln als Didaktik“, „Kindheit“, „Identitätsfindung“ und die „Gegenstandsbezogenheit“ im Lernprozess.
Die Unterscheidung ist für die Pädagogik wichtig: Während geschlossene Sammlungen oft auf Vollständigkeit und Konsum zielen, fördern offene Bedeutungssammlungen die individuelle Auseinandersetzung mit der Welt und den Dingen.
Lehrkräfte sollten laut Autorin als Anstifter und Begleiter fungieren, die den Wissensdrang der Kinder ernst nehmen, statt Sammelaktivitäten durch starre didaktische Vorgaben oder Verbote zu unterdrücken.
Dieser Begriff beschreibt die meist informellen und für Erwachsene oft chaotisch wirkenden Ansammlungen von Alltagsgegenständen (Steine, Muscheln, etc.), die für Kinder eine tiefere persönliche Bedeutung besitzen und ihre Welterforschung dokumentieren.
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