Examensarbeit, 2005
118 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 INTELLIGENZ
2.1.1 Definitionen von Intelligenz
2.1.2 Intelligenztheorien
2.2 KREATIVITÄT
2.2.1 Definitionsansätze
2.2.2 Das Verhältnis von Kreativität und Intelligenz
2.3 BEGABUNG UND HOCHBEGABUNG
2.3.1 Der Begabungsbegriff
2.3.2 Formen der Begabung
2.3.3 Definitionsansätze und Definitionsklassen
2.3.4 Der in meiner Arbeit verwendete Begabungsbegriff
2.3.5 Modelle der Hochbegabung
2.3.6 Das Verhältnis von Begabung und Leistung
3 HOCHBEGABTE IN SCHULE UND GESELLSCHAFT
3.1 VORURTEILE GEGENÜBER FÖRDERMAßNAHMEN
3.1.1 Elitebildung
3.1.2 Chancengleichheit
3.1.3 Positive und negative Auslese
3.2 GRÜNDE FÜR DIE NOTWENDIGKEIT DER FÖRDERUNG HOCHBEGABTER
3.2.1 Förderung als gesetzliche und schulische Pflicht
3.2.2 Individuelle und gesellschaftliche Bedeutung der Förderung
3.2.3 Förderung als Prävention
3.3 MÖGLICHE PROBLEME HOCHBEGABTER
3.3.1 Schulische Probleme
3.3.1.1 Unterforderung
3.3.1.2 Mangel an Lernstrategien und Arbeitstechniken
3.3.1.3 Mangelnde Anstrengungsbereitschaft
3.3.1.4 Underachievement
3.3.2 Soziale Probleme
3.3.2.1 Isolation
3.3.2.2 Aggressivität
3.3.3 Innerpsychische Probleme
3.3.3.1 Psychosomatische Beschwerden
3.3.3.2 Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
3.3.3.3 Ängstlichkeit
3.4 MERKMALE HOCHBEGABTER SCHÜLER
3.4.1 Beschleunigte frühkindliche Entwicklung
3.4.2 Frühes Interesse an Buchstaben sowie außergewöhnlicher Wortschatz
3.4.3 Großer Wissensdurst und vielseitige Interessen
3.4.4 Sehr gutes Gedächtnis
3.4.5 Perfektionismus
3.4.6 Auffälliges Sozialverhalten
3.4.7 Asynchrone Entwicklung
3.5 FORDERUNGEN AN DIE SCHULE
3.5.1 Förderung von kreativem und innovativem Denken
3.5.2 Individualisierung des Lehrstoffangebots
3.5.3 Förderung eines begabungsfreundlichen Klassenklimas
3.5.4 Veränderungen der Rolle und der Aufgaben des Lehrers
4 DIAGNOSTIK VON HOCHBEGABUNG
4.1 FUNKTIONEN DER HOCHBEGABUNGSDIAGNOSTIK
4.2 WICHTIGE GESICHTSPUNKTE BEI DER IDENTIFIKATION
4.3 ABLAUF DER IDENTIFIKATION
4.4 VERFAHREN
4.4.1 Intelligenztests
4.4.1.1 Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder, Revision 1983
4.4.1.2 Raven-Matrizen-Test
4.4.1.3 Culture Fair Test
4.4.1.4 Kritik am Einsatz von Intelligenztests im Allgemeinen
4.4.2 Beobachtungsverfahren
4.4.2.1 Beobachtung durch Lehrer
4.4.2.2 Beobachtung durch Eltern
4.4.2.3 Beobachtung durch Peers
4.4.2.4 Selbstbeobachtung
4.4.2.5 Kritik am Beobachtungsverfahren im Allgemeinen
4.4.3 Weitere Möglichkeiten
4.4.3.1 Zensuren
4.4.3.2 Wettbewerbe
4.4.3.3 Integrativer Ansatz
4.4.3.4 Identifizierung hochbegabter Underachiever
4.4.4 Mögliche Entscheidungsfehler bei der Diagnostik
5 FÖRDERMÖGLICHKEITEN
5.1 INNERE DIFFERENZIERUNG ALS ENRICHMENT
5.1.1 Wochenplan und Tagesplan
5.1.1.1 Gestaltung und Ablauf der Arbeit mit dem Wochenplan
5.1.1.2 Gestaltung und Ablauf der Arbeit mit dem Tagesplan
5.1.1.3 Die Vorteile der Wochenplanarbeit für hochbegabte Schüler
5.1.2 Freie Arbeit
5.1.2.1 Gestaltung und Ablauf der freien Arbeit
5.1.2.2 Die Vorteile der freien Arbeit für hochbegabte Schüler
5.1.3 Stationenlernen
5.1.3.1 Gestaltung und Ablauf des Stationenlernens
5.1.3.2 Die Vorteile des Stationenlernens für hochbegabte Schüler
5.1.4 Werkstattarbeit
5.1.4.1 Gestaltung und Ablauf der Werkstattarbeit
5.1.4.2 Die Vorteile der Werkstattarbeit für hochbegabte Schüler
5.1.5 Interaktives Lernen am PC
5.1.5.1 Gestaltung und Ablauf des Lernens am PC
5.1.5.2 Die Vorteile des Lernens am PC für hochbegabte Schüler
5.1.6 Raum für entdeckendes und selbstgesteuertes Lernen
5.1.6.1 Gestaltung und Ablauf des selbstgesteuerten Lernens
5.1.6.2 Die Vorteile des selbstgesteuerten Lernens für hochbegabte Schüler
5.1.7 Projektarbeit
5.1.7.1 Gestaltung und Ablauf der Projektarbeit
5.1.7.2 Die Vorteile der Projektarbeit für hochbegabte Schüler
5.2 ÄUßERE DIFFERENZIERUNG ALS ENRICHMENT
5.2.1 Arbeitsgemeinschaften
5.2.1.1 Ablauf und Gestaltung von Arbeitsgemeinschaften
5.2.1.2 Die Vorteile von Arbeitsgemeinschaften für hochbegabte Schüler
5.2.2 Wettbewerbe
5.2.2.1 Ablauf und Ziele von Wettbewerben
5.2.2.2 Die Vorteile von Wettbewerben für hochbegabte Schüler
5.2.3 Kurse in Zusammenarbeit mit außerschulischen Anbietern
5.2.3.1 Ablauf und Gestaltung der Kooperation
5.2.3.2 Beispiel der Mathematik-Lernwerkstatt der TU Braunschweig
5.2.3.3 Die Vorteile von außerschulischen Kursen für hochbegabte Schüler
5.3 AKZELERATION
5.3.1 Überspringen von Klassen
5.3.1.1 Die gesetzlichen Grundlagen des Überspringens
5.3.1.2 Bedenken gegenüber dem Springen
5.3.1.3 Forschungsergebnisse
5.3.1.4 Der geeignete Zeitpunkt für ein Springen
5.3.1.5 Voraussetzungen für das Springen
5.3.2 Fachspezifische Akzeleration: Teilunterricht in höheren Klassen
5.3.2.1 Teilunterricht als Maßnahme für einseitig Begabte
5.3.2.2 Teilunterricht als vorbereitende Maßnahme für ein Springen
5.3.3 Vorzeitige Einschulung
5.3.3.1 Vorzeitige Einschulung zum Beginn eines neuen Schuljahres
5.3.3.2 Vorzeitige Einschulung ins bereits laufende Schuljahr
5.4 ZUSATZ- UND ERGÄNZUNGSANGEBOTE
5.4.1 Förderung der Motorik und der Konzentration
5.4.2 „Knobelaufgabe der Woche“
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Diagnose und Förderung hochbegabter Kinder innerhalb der Grundschule. Ziel ist es, auf Basis des aktuellen Forschungsstandes aufzuzeigen, wie Lehrer hochbegabte Schüler im regulären Klassenunterricht adäquat unterstützen und welche strukturellen Maßnahmen zur Begabtenförderung implementiert werden können, um eine optimale Entfaltung des Potentials zu ermöglichen.
3.3.1.1 Unterforderung
Die meisten Kinder freuen sich auf die Schule und haben große Erwartungen an den Unterricht. Insbesondere die hochbegabten Kinder denken, dass die Schule „der Ort ist, an dem sie ihre Fragen zur Biologie, zur Astronomie, zur Struktur von Sprachen beantwortet bekommen und wo sie endlich ungehindert ihrer besonderen Neigung, dem Lernen, nachgehen können“ (Feger 1988, S. 148f). Diese Hoffnungen sind verständlich, da viele hochbegabte Kinder den Kindergarten als langweilig empfinden, endlich „richtig lernen“ wollen und von Eltern und Kindergärtnern immer auf die Schule vertröstet werden.
Oftmals empfinden hochbegabte Schüler jedoch schon die ersten Schulwochen als enttäuschend, insbesondere dann, wenn sie schon lesen, schreiben und rechnen können. Für sie geht alles viel zu langsam voran, sie langweilen sich im Unterricht und beim Bearbeiten der zahlreichen Übungen und Wiederholungen, weil sie die Thematik bereits nach der ersten Erklärung verstanden haben.
„Bastian freute sich unendlich auf die Schule. Er erwartete, dann endlich nicht mehr ‚zu klein’ zu sein für alles, was er wissen wollte. Seine Klassenlehrerin war bekannt als sehr verständnis- und liebevoll, eine Frau, die sich sehr viel Mühe gab, vielfältiges Übungsmaterial vorzubereiten. Um den Kindern den Übergangsschock zwischen Kindergarten und Grundschule zu erleichtern, wurde erst einmal wie im Kindergarten weitergearbeitet: malen, spielen, häufiger Methoden- und Themenwechsel, da die Klasse sich ja nicht lange konzentrieren konnte. Als mit dem Lesebuch begonnen wurde und sie zufällig sah, wie er die letzten Seiten des Lesebuchs umblätterte, wurde er freundlich darauf hingewiesen, sich doch bitte gemeinsam mit den anderen vorne auf Fu zu konzentrieren. Mit dem Rechenbuch erging es ihm genauso.“ (Beispiel aus Heinbokel 1996b, S. 34)
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Hochbegabtenförderung ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit, Möglichkeiten der Diagnose und Förderung in der Grundschule zu beleuchten.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Definitionen von Intelligenz, Kreativität und Begabung und stellt zentrale Erklärungsmodelle für Hochbegabung vor.
3 HOCHBEGABTE IN SCHULE UND GESELLSCHAFT: Hier werden die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber Fördermaßnahmen, die Notwendigkeit der Förderung sowie auftretende schulische, soziale und innerpsychische Probleme hochbegabter Kinder diskutiert.
4 DIAGNOSTIK VON HOCHBEGABUNG: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Funktionen der Diagnostik und beschreibt detailliert Intelligenztests, Beobachtungsverfahren und weitere Identifizierungsmöglichkeiten wie Zensuren oder Wettbewerbe.
5 FÖRDERMÖGLICHKEITEN: Dieses umfangreiche Kapitel stellt verschiedene Enrichment-Modelle sowie Maßnahmen der Akzeleration und ergänzende Angebote zur Förderung motorischer und kognitiver Fähigkeiten vor.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Hier werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengeführt und die praktische Umsetzbarkeit der vorgestellten Fördermaßnahmen in der Grundschule bewertet.
Hochbegabung, Grundschule, Begabtenförderung, Intelligenzdiagnostik, Enrichment, Akzeleration, Underachievement, Binnendifferenzierung, Schulfähigkeit, Lernstrategien, soziale Integration, Begabungspotential, Motivation, Kreativität, Individualisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation hochbegabter Kinder im deutschen Grundschulwesen und beleuchtet, wie sie durch gezielte Identifikation und pädagogische Fördermaßnahmen optimal in ihrer Entwicklung unterstützt werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Bestimmung von Begabung, der kritischen Auseinandersetzung mit Diagnoseverfahren, den Auswirkungen fehlender Förderung sowie der Vorstellung konkreter schulpraktischer Förderkonzepte.
Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Schule den Bildungsansprüchen hochbegabter Kinder gerecht werden kann, indem sie deren Potential erkennt und Bedingungen für eine erfolgreiche Lern- und Persönlichkeitsentwicklung schafft.
Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturanalyse bestehender wissenschaftlicher Studien und kombiniert diese mit Erkenntnissen aus einer eigenen zweiwöchigen Hospitation an einer Grundschule, die Teil eines Kooperationsverbundes ist.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung von Begabungsbegriffen, eine Darstellung diagnostischer Verfahren (wie Intelligenztests und Beobachtung) sowie eine detaillierte Ausarbeitung verschiedener Fördermöglichkeiten, unterteilt in Enrichment und Akzeleration.
Die wesentlichen Begriffe umfassen Hochbegabung, Grundschulförderung, Diagnostik, Underachievement, Enrichment, Akzeleration und individuelle Lernförderung.
Die Arbeit analysiert kritisch das 3-Ringe-Modell von Renzulli, das Triadische Interdependenzmodell von Mönks sowie das differenzierte Begabungs-Talent-Modell von Gagné, um aufzuzeigen, wie Umwelt- und Persönlichkeitsfaktoren zur Entfaltung von Begabung beitragen.
Die Identifizierung von Underachievern ist besonders schwierig, da diese Kinder ihre Fähigkeiten nicht in guten Leistungen zeigen; die Arbeit empfiehlt daher eine Kombination aus informellen Beobachtungen durch Lehrkräfte und bei Bedarf ergänzende psychologische Testverfahren.
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