Diplomarbeit, 2006
88 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Allgemeines
1.2 Argumentationsleitfaden
1.3 Das Thema
1.3.1 Die grundlegende Fragestellung
1.4 Die gewählte Methode
1.4.1 Die hermeneutische Fragestellung:
1.4.2 Qualitative Fragen mit qualitativer Auswertung:
2 Begriffsbestimmung
2.1 Das Märchen
2.1.1 Märchen und ihre Merkmale
2.1.2 Märchen und ihre Struktur (nach Charlotte Bühler)
2.2 Die Mediengesellschaft
2.2.1 Merkmale einer Mediengesellschaft
2.2.2 Medienkompetenz
3 Die mediale Adaption von Volksmärchen
3.1 Einführung in das Thema
3.2 Märchen in modernen Medien
3.2.1 Vorbemerkungen
3.2.2 Das Buch
3.2.3 Das Schatten- und das Puppenspiel
3.2.4 Kassette und CD
3.2.5 Film, Fernsehen und Video
3.2.6 Resümee
3.3 Märchenrezeptionen von Kindern
3.3.1 Zum Erzählen von Märchen
3.3.2 Märchen im Netzwerk der Denkentwicklung
3.3.3 Didaktische Perspektiven und Wege zur Sinnerschließung
3.3.4 Resümee
4 Projektorientierter Unterricht- schulpraktischer Teil
4.1 Vorbemerkung
4.2 Definition
4.2.1 Woran ist eine Projektmethode erkennbar?
4.3 Anfängliche Überlegungen
4.3.1 Der Wochenplan
4.4 Fächerbeschreibung
4.4.1 Deutsch:
4.4.2 Mathematik
4.4.3 Sachunterricht
4.4.4 Musikerziehung:
4.4.5 Bildnerische Erziehung:
4.4.6 Werkerziehung
4.4.7 Leibesübungen:
4.4.8 Englisch:
4.4.9 Die Präsentation:
4.4.10 Resümee
5 Empirischer Teil
5.1 Die qualitative Methodik
5.1.1 Die Entstehungsgeschichte der qualitativen Sozialforschung
5.1.2 Qualitative Verfahren
5.1.3 Das Interview
5.2 Theorie zum Interview Märchen
5.2.1 Leitfragen des Interviews
5.3 Praktische Umsetzung:
5.3.1 Bedingungen
5.3.2 Die Auswertung der Daten
5.4 Resümee
6 Zusammenfassung
6.1 Fazit:
6.2 Abschließende Zusammenfassung:
Die Arbeit untersucht, in welcher Form traditionelle Märchen in der heutigen Mediengesellschaft Bestand haben und wie Volksschulkinder Märchen in verschiedenen medialen Ausprägungen wahrnehmen und bewerten. Ziel ist die Klärung der Forschungsfrage, welches Medium dem Märchen am ehesten gerecht wird und wie Kinder die Verarbeitung dieser Textgattung empfinden.
3.2.5 Film, Fernsehen und Video
In dieser Hinsicht gibt es ein Phänomen, dass viele kennen: Man liest ein Buch, sieht sich anschließend die Verfilmung an und ist enttäuscht, da die unsere innere Vorstellung oft nicht mit dem Gezeigten übereinstimmt. Im Allgemeinen schadet eine solche Auseinandersetzung mit dem „Anderen“ nicht, bei Kindern sollte aber damit nicht zu früh begonnen werden. Solange ihre innere und äußere Gestalt formbar ist, sollte man versuchen, ihnen offene Angebote zu machen. Von äußeren Ausdrücken erfährt der Mensch automatisch innere Einbildungen, die ihn gestalten. Wenn aber die inneren Bilder vollständig durch äußere ersetzt werden, dann geht das Wertvollste verloren, das uns Märchen anbieten, nämlich „ die Möglichkeit und die Kraft, selbst schöpferisch tätig zu werden“.29
Denn: Das Wort lässt die Möglichkeit unbegrenzten Freiraums zu, während das Bild feste Grenzen zieht.
„Das Auge führt den Menschen in die Welt, das Ohr führt die Welt in den Menschen ein.“30
Wenn es einem/einer KünstlerIn gelingt, Märchenfiguren in einem so hohen Maß offen vor uns hinzustellen, dass ein Erkennen und Einswerden stattfinden kann, dann wären wohl das innere und das äußere Bild miteinander verschmolzen. Während ein äußeres Bild von vielen weitgehend objektiv betrachtet wird, bleibt ein inneres Bild einmalig und subjektiv. Ein äußeres Bild zeigt eine Gestaltung, ein inneres Bild hingegen umschreibt symbolhaft etwas, das sich in unserer Seele eingeprägt hat und anschaulich geworden ist. In Folge dessen wird aus einem einfach und verständlich strukturierten Volksmärchen ein verfilmter Roman gemacht wird. Schlimmer noch ergeht es dem Märchen, das als Trickfilm dargestellt wird, die Figuren werden durch vorherrschende Schönheitsideale beeinflusst und engen so die Vorstellungskraft der Zuschauer ein, während die Figuren zu Klischees degradiert werden. Vom ursprünglichen Text eines überlieferten Märchens bleibt oftmals nichts mehr übrig. Es wird gekürzt und verändert, wodurch aus ehemals kostbarem Stoff „Kunststoff“ wird, aus bekömmlicher Nahrung wird ungesundes Fastfood. Der Wert der Märchen, nämlich die Möglichkeit zur Identifikation mit den Helden und so das Durchspielen von Lösungsmöglichkeiten in Bezug auf Aufgaben und Prüfungen, dieser Wert wird den meisten kleinen Zuschauern vorenthalten.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Medien im Alltag und stellt die zentrale Fragestellung zur modernen Verwendung von Märchen und deren Platz im Kinderzimmer auf.
2 Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Märchen und Mediengesellschaft sowie deren Merkmale und die Bedeutung von Medienkompetenz.
3 Die mediale Adaption von Volksmärchen: Es erfolgt eine kritische Vorstellung verschiedener Medien und deren Eignung für die Vermittlung von Märcheninhalten sowie eine Betrachtung der kindlichen Rezeption und Denkentwicklung.
4 Projektorientierter Unterricht- schulpraktischer Teil: Die praktische Umsetzung einer Märchenwoche in einer ersten Klasse Volksschule wird methodisch beschrieben und durch Fächerbeschreibungen dokumentiert.
5 Empirischer Teil: Hier wird die qualitative Methodik der Arbeit erläutert, insbesondere die Durchführung narrativer Interviews mit Kindern zur Erhebung ihres Konsumverhaltens bei Märchen.
6 Zusammenfassung: Dieses Kapitel führt die hermeneutischen und empirischen Ergebnisse zusammen, zieht Schlussfolgerungen und resümiert die gewonnenen Erkenntnisse.
Märchen, Volksschulkinder, Mediengesellschaft, Medienkompetenz, Märchenadaption, Projektunterricht, narrative Interviews, Volksmärchen, Rezeption, Medienkonsum, Kindliche Entwicklung, Phantasie, Grimm-Märchen, Medienwirkung, Schulpraxis
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle traditioneller Märchen in der heutigen, von Medien geprägten Lebenswelt von Volksschulkindern und analysiert, wie moderne Medien die Rezeption dieser Geschichten beeinflussen.
Im Zentrum stehen die Begriffe Märchen und Mediengesellschaft, die mediale Aufbereitung von Märchenstoffen, die kindliche Denkentwicklung sowie die praktische Vermittlung durch projektorientierten Unterricht.
Ziel ist es zu klären, in welcher Form Märchen heute bearbeitet werden, welche Medien dem ursprünglichen Sinn des Märchens am ehesten gerecht werden und wie Volksschulkinder diese Verarbeitung empfinden.
Die Arbeit kombiniert einen theoretischen hermeneutischen Teil (Literaturanalyse) mit einem empirischen Teil, in dem narrative Interviews mit Kindern geführt und qualitativ ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine medienkritische Analyse verschiedener Adaptionsformen sowie eine detaillierte Dokumentation eines praktischen Schulprojekts zum Märchen "Der Froschkönig".
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Märchenrezeption, Medienkompetenz, Projektunterricht, Volksmärchen und die kindliche Identifikationsfähigkeit charakterisiert.
Die Untersuchung zeigt, dass Kinder die visuelle Aufbereitung zwar als unterhaltsam empfinden, jedoch bei klassischen Märchenformen, die zum Nachdenken anregen, das Erzählen oder eigene Lesen oft bevorzugen.
Die Autorin ist positiv überrascht, dass das klassische Märchenbuch trotz medialer Konkurrenz weiterhin einen festen Platz im Kinderzimmer einnimmt und die Medienkompetenz der Kinder sich als relativ stabil erweist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

