Examensarbeit, 2005
119 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1 Übersicht und Aufbau
2. WAS IST EINE ZUKUNFTSWERKSTATT
2.1 Ziele und Merkmale
2.1.1 Zur Person Robert Jungk
2.1.2 Begriffsbestimmung
2.2 Die Leistungen Jungks
3. DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER PROBLEMLÖSUNGSMETHODE ZUKUNFTSWERKSTATT
3.1 Die fünfziger Jahre
3.2 Die sechziger Jahre
3.3 Die siebziger Jahre
3.4 Die achtziger Jahre
3.5 Die neunziger Jahre
3.6 Gegenwart
4. DARSTELLUNG DER HEUTIGEN KONZEPTE
4.1 Die verschiedenen Formen von Zukunftswerkstätten
4.1.1 Zukunftswerkstatt nach Lutz
4.1.2 Lernwerkstatt nach Stange
4.1.3 Zukunftswerkstatt nach Jungk und Müllert
4.1.4 Vergleich der drei Formen der Zukunftswerkstatt
5. PHASENSTRUKTUR DER ZUKUNFTSWERKSTATT NACH JUNGK UND MÜLLERT
5.1 Variationen von Zukunftswerkstätten
5.2 Einblicke in den Ablauf der Zukunftswerkstatt nach Jungk und Müllert
5.2.1 Vorbereitungsphase
5.2.1.1 Örtlichkeiten
5.2.1.2 Dauer
5.2.1.3 Kontaktaufnahme
5.2.1.4 Raumaufteilung
5.2.2 Kritik- und Beschwerdephase
5.2.3 Phantasie- und Utopiephase
5.2.3.1 Perspektivwechsel in der Phantasie- und Utopiephase
5.2.4 Realisierungs- und Verwirklichungsphase
5.2.4.1 Strategien zur Umsetzung
5.2.5 Nachbereitungsphase
5.3 Zusammenfassung
6. MODERATION UND TECHNIK
6.1 Moderationsmethode
6.2 Der Moderator in den Zukunftswerkstatt
6.2.1 Die Aufgaben des Moderators
6.2.2 Material und Hilfsmittel
6.2.3 Die Arbeit mit verschiedenen Methoden
6.2.3.1 Mind-Mapping
6.2.3.2 Einpunktabfrage
6.2.3.3 Mehrpunktabfrage
6.2.3.4 Stichwortsammlung durch Zuruf
6.2.3.5 Kartenabfrage
6.2.4 Regeln
7. VERSCHRIFTLICHUNG UND VISUALISIERUNG
8. ZUKUNFTSWERKSTATT – EINE METHODE DER PROBLEMLÖSUNG MIT UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN AUCH IN SCHULE UND AUSBILDUNG?
8.1 Voraussetzung für den unterrichtlichen Einsatz
8.2 Einsatzmöglichkeiten
8.3 Probleme bei der Durchführung und Umsetzung von Zukunftswerkstätten in der Schule
8.4 Zukunftswerkstatt eröffnet Chancen in Schule und Ausbildung
8.5 Zur lerntheoretischen und didaktischen Relevanz von Zukunftswerkstätten
8.6 Zusammenfassung
9. DIE ZUKUNFTSWERKSTATT IN DER ARBEITSORIENTIERTEN BILDUNG
9.1 Schlüsselqualifikation – zukunftsrelevantes Wissen
9.2 Methodenkompetenz als Kern des handlungsorientierten ökonomischen Unterrichts
9.3 Plädoyer für eine „zukunftsfähige“ ökonomische Bildung
10. MEINE EXEMPLARISCHE REALISIERUNG DER ZUKUNFTSWERKSTATT AN DER OFFENEN SCHULE WALDAU
10.1 Exemplarische Durchführung und Realisierung der Zukunftswerkstatt
10.1.1 Vorüberlegungen
10.1.2 Vorbereitungsphase
10.1.3 Ideenfindungsphase
10.1.4 Die Konzeption der Utopie- und Phantasiephase
10.1.5 Die Realisierungs- und Umsetzungsphase
10.1.6 Nachbereitungsphase
10.1.7 Didaktisch-methodische Reflexion/Zusammenfassung
11. EMPIRISCHE ERHEBUNG
11.1 Der Fragebogen - allgemein
11.2 Der Fragebogen zu der Methode Zukunftswerkstatt
11.3 Zur Problematik der Fragebogenkonstruktion
11.4 Vorgehensweise bei der Konstruktion
11.4.1 Der Fragebogen zum Thema Zukunftswerkstatt
11.5 Auswertung
11.5.1 Kommentierung der Ergebnisse
12. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: ZUKUNFTSWERKSTATT – EINE METHODE FÜR DIE SCHULE?
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Zukunftswerkstatt (ZW) als handlungsorientierte Problemlösungsmethode im schulischen Kontext, insbesondere im Fach Arbeitslehre, um demokratische Mitbestimmung und soziale Phantasie bei Schülern zu fördern.
2. Was ist eine Zukunftswerkstatt
Der Begriff Zukunftswerkstatt ist eine künstliche Wortschöpfung. Die Kombination der Substantive Zukunft und Werkstatt geben allerdings schon Hinweise auf das, was eine ZW ausmacht bzw. was sie erreichen möchte. Die Zukunft könnte man dabei als Thema bezeichnen, um die sich die ZW dreht. Fragen und Probleme, die für die Zukunft von Bedeutung sein können, stehen im Mittelpunkt und werden aus gegenwärtiger Sicht betrachtet. Mit dem Begriff Werkstatt wird die Methode ausgedrückt. Wie in einer traditionellen Werkstatt wird hier an der Zukunft gewerkt (vgl. Pallasch & Reimers 1990, S. 63 ff.).
Sie ist eine Methode, die vor allem in den 70er/80er Jahren durch Robert Jungk bekannt wurde. Dabei werden die Seminarteilnehmer angeregt, kreativ und solidarisch Problemlösungen zu entwickeln und zu verwirklichen. Jungks Entwicklung der ZW sollte vor allem ein Mittel zur Demokratisierung sein und zur Schaffung einer besseren Zukunft im gesamten gesellschaftlichen Leben beitragen. Die ZW wird nach einer bestimmten Struktur durchgeführt und zeichnet sich dabei durch ihre Methodenvielfalt aus (vgl. Weinbrenner & Wiemeyer 1998, S. 6 f.). ZW sollen ein Ort des demokratischen Diskurses sein, an dem nach einem Jahrhundert der technischen Erfindungen „soziale Erfindungen“ (Jungk & Müllert 1983, S. 30 ff) und Experimente erdacht und ausprobiert werden können, ein Ort, an dem sich die vernachlässigte soziale Phantasie entfalten soll.
Nach den Begründern Jungk und Müllert soll die ZW „ein Forum (sein), in dem sich Bürger gemeinsam bemühen, wünschbare, mögliche, aber auch vorläufig unmögliche Zukünfte zu entwerfen und deren Durchsetzungsmöglichkeiten zu überprüfen …“ (Jungk & Müllert 1983, S. 21 f.).
1. EINLEITUNG: Darstellung der persönlichen Motivation des Autors und Einführung in das Thema Zukunftswerkstatt als didaktisches Modell.
2. WAS IST EINE ZUKUNFTSWERKSTATT: Definition und grundlegende Ziele der Methode als Instrument der Demokratisierung und Kreativitätsförderung.
3. DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER PROBLEMLÖSUNGSMETHODE ZUKUNFTSWERKSTATT: Nachzeichnung der Entstehung des Konzepts von den 1950er Jahren bis zur heutigen Zeit.
4. DARSTELLUNG DER HEUTIGEN KONZEPTE: Vorstellung verschiedener Varianten der ZW, unter anderem nach Lutz und Stange.
5. PHASENSTRUKTUR DER ZUKUNFTSWERKSTATT NACH JUNGK UND MÜLLERT: Detaillierte Erläuterung der fünf Phasen der ZW und ihrer methodischen Gestaltung.
6. MODERATION UND TECHNIK: Analyse der Rolle des Moderators, notwendiger Qualifikationen und technischer Hilfsmittel.
7. VERSCHRIFTLICHUNG UND VISUALISIERUNG: Bedeutung der Visualisierung für den Erfolg und die Transparenz in Planungsprozessen.
8. ZUKUNFTSWERKSTATT – EINE METHODE DER PROBLEMLÖSUNG MIT UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN AUCH IN SCHULE UND AUSBILDUNG?: Reflexion über die Übertragbarkeit der Methode auf schulische Settings und Hindernisse bei der Umsetzung.
9. DIE ZUKUNFTSWERKSTATT IN DER ARBEITSORIENTIERTEN BILDUNG: Verknüpfung der Methode mit arbeitsorientierter Bildung und dem Erwerb von Schlüsselqualifikationen.
10. MEINE EXEMPLARISCHE REALISIERUNG DER ZUKUNFTSWERKSTATT AN DER OFFENEN SCHULE WALDAU: Praxisbericht über die Durchführung einer Zukunftswerkstatt zur Planung einer Klassenfahrt.
11. EMPIRISCHE ERHEBUNG: Darstellung der Auswertung einer schülerzentrierten Befragung zum Projekt.
12. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: ZUKUNFTSWERKSTATT – EINE METHODE FÜR DIE SCHULE?: Resümee über die Eignung der Methode für den Schulalltag.
Zukunftswerkstatt, Robert Jungk, Handlungsorientierung, Demokratisierung, soziale Phantasie, Moderation, Projektunterricht, Arbeitspädagogik, Klassenfahrt, Methodenkompetenz, Schulentwicklung, Zukunftsforschung, Problemlösung, Visualisierung, Schlüsselqualifikationen.
Die Arbeit untersucht das Konzept der Zukunftswerkstatt (ZW) und dessen Anwendungsmöglichkeiten als handlungsorientierte Methode im schulischen Unterricht.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der ZW, ihre historische Entwicklung, die verschiedenen Phasen der Durchführung, Moderationstechniken sowie ihre Relevanz für moderne ökonomische und schulische Bildung.
Das Ziel ist es, die ZW als Methode zur Förderung von Partizipation und kreativer Problemlösung bei Schülern darzustellen und durch eine praktische Umsetzung zu evaluieren.
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse führt der Autor eine empirische Befragung in Form eines Fragebogens in einer 9. Hauptschulklasse durch.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Phasenstruktur der ZW, Moderationsregeln, der Visualisierung sowie den spezifischen Herausforderungen bei der Umsetzung in Schulen.
Wichtige Begriffe sind Zukunftswerkstatt, Handlungsorientierung, Demokratisierung, soziale Phantasie, Moderation, Projektunterricht und Methodenkompetenz.
Die Methode wurde in der Klasse 9e zur Planung einer Klassenfahrt angewendet, wobei der Autor den Prozess über mehrere Wochen moderierte und durch ein begleitendes „Fahrtenbuch“ dokumentierte.
Die Schüler zeigten ein hohes Interesse, empfanden die ZW als motivierende Alternative zum Regelunterricht und lobten die stärkere Einbeziehung ihrer eigenen Wünsche und Ideen.
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