Examensarbeit, 2006
93 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Geschlechterverteilung in der Schule
2.1 Bildungsbeteiligung an allgemein bildenden Schulen
2.2 Erreichte Schulabschlüsse
2.3 Wiederholerquote unter Jungen und Mädchen
2.4 Zusammenfassung
3. Leistungsunterschiede und -gemeinsamkeiten zwischen Jungen und Mädchen
3.1 Leistung – Eine Definition
3.2 Internationale und nationale Leistungsstudien
3.2.1 LAU
3.2.2 IEA-Lesestudie
3.2.3 TIMSS
3.2.4 PISA
3.2.5 DESI
3.3 Leistungen von Jungen und Mädchen in ausgewählten Fächern
3.3.1 Leistungen im Fach Deutsch
3.3.1.1 LAU
3.3.1.2 IEA-Lesestudie
3.3.1.3 PISA
3.3.1.4 DESI
3.3.1.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.3.2 Leistungen im Fach Mathematik
3.3.2.1 LAU
3.3.2.2 TIMSS
3.3.2.3 PISA
3.3.2.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.3.3 Leistungen in den Naturwissenschaften
3.3.3.1 Biologie
3.3.3.2 Chemie
3.3.3.3 Physik
3.3.4 Leistungen im Fach Englisch
3.3.4.1 LAU
3.3.4.2 DESI
3.3.4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.4 Zusammenfassung
4. Mögliche Ursachen für Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen
4.1 Unterschiedliches Leseverhalten als Ursache für den Leistungsvorsprung der Mädchen im Bereich Deutsch?
4.2 Interessen von Jungen und Mädchen
4.3 Leistungsunterschiede als Folge der Koedukation?
4.4 Testkonstruktion der Leistungsstudien
4.5 Zusammenfassung
5. Maßnahmen zur Förderung von Jungen und Mädchen
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen in zentralen Schulfächern wie Deutsch, Mathematik und den Naturwissenschaften existieren und wie diese empirisch belegt sind. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu analysieren, Ursachen für bestehende Diskrepanzen – insbesondere im Kontext von Sozialisation und Leseverhalten – zu diskutieren und Fördermaßnahmen für beide Geschlechter zu evaluieren.
1. Einleitung
Das schulische Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler ist gerade in Anbetracht der internationalen PISA-Studien in das Interesse der Öffentlichkeit getreten. Längst ist klar, dass nicht nur kognitive Fähigkeiten den Lernstand beeinflussen; der familiale und soziale Hintergrund ist ebenfalls von Bedeutung, ebenso wie der ethnische Hintergrund. Doch auch das Geschlecht hat Einfluss auf den schulischen Erfolg. Dies legen jedenfalls Äußerungen wie »Mädchen werden benachteiligt« und »Arme Jungen« nahe. Heute ist es so, dass Mädchen insgesamt die besseren Schulabschlüsse erreichen und die höheren Schulformen besuchen. Sprachliche Fächer werden als Domäne der Mädchen bezeichnet, während Jungen in Mathematik und den Naturwissenschaften das stärkere Geschlecht sein sollen.
Doch sind diese Einschätzungen richtig? Kann man die Schulfächer so einfach in »Mädchen-« und »Jungenfächer« einteilen? Bedeutet die stärkere Bildungsbeteiligung der Mädchen an Gymnasien, dass sie leistungsstärker sind als Jungen? Wer sind die Gewinner bzw. Verlierer des deutschen Bildungssystems – ist das überhaupt so einfach festzulegen?
In der vorliegenden Arbeit möchte ich versuchen diese und andere Fragen zu beantworten.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Relevanz geschlechtsspezifischer Unterschiede im Bildungssystem und definiert die Fragestellung der Arbeit anhand des Kontextes internationaler Leistungsstudien.
2. Geschlechterverteilung in der Schule: Dieses Kapitel analysiert die statistische Verteilung von Jungen und Mädchen auf verschiedene Schulformen, deren Abschlüsse sowie Wiederholerquoten.
3. Leistungsunterschiede und -gemeinsamkeiten zwischen Jungen und Mädchen: Hier werden der Leistungsbegriff definiert und die Ergebnisse maßgeblicher Leistungsstudien für die Fächer Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch systematisch ausgewertet.
4. Mögliche Ursachen für Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen: Dieses Kapitel untersucht die Hintergründe der Leistungsunterschiede, insbesondere durch den Einfluss des Leseverhaltens, geschlechtsspezifischer Interessen sowie die Auswirkungen der Koedukation und Testmethodik.
5. Maßnahmen zur Förderung von Jungen und Mädchen: Abschließend werden Strategien und Förderansätze für die pädagogische Praxis diskutiert, um sowohl Jungen als auch Mädchen gezielt in ihren jeweiligen Schwachstellen zu unterstützen.
6. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die eingangs aufgeworfene Frage nach der geschlechtsspezifischen Einteilung von Schulfächern.
Leistungsunterschiede, Jungen, Mädchen, Schulerfolg, PISA-Studie, Lesekompetenz, Mathematik, Naturwissenschaften, Koedukation, Sozialisation, Bildungsbeteiligung, Schulabschluss, Fördermaßnahmen, Geschlechtergerechtigkeit, Leistungsstudien.
Die Hausarbeit widmet sich den Leistungsunterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Jungen und Mädchen im deutschen Schulsystem, insbesondere in Fächern wie Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften.
Zentrale Themen sind die Bildungsbeteiligung, die erzielten Abschlüsse, geschlechtsspezifische Interessen und das Leseverhalten sowie die Auswirkungen der Koedukation auf den Schulerfolg.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Einteilung der Schulfächer in typische "Mädchen-" oder "Jungenfächer" empirisch gerechtfertigt ist und welche Ursachen hinter beobachteten Leistungsdifferenzen stehen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung nationaler und internationaler Leistungsstudien wie PISA, TIMSS, LAU und DESI, ergänzt um soziologische Erklärungsansätze.
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der detaillierten Beschreibung der fachspezifischen Leistungen beider Geschlechter sowie der Analyse potenzieller Ursachen, wie etwa Sozialisationsfaktoren und der Testkonstruktion.
Wichtige Begriffe sind Leistungsunterschiede, PISA, Lesekompetenz, Koedukation, Bildungsbeteiligung und geschlechtsspezifische Interessen.
Die Arbeit zeigt, dass Mädchen häufiger literarische Texte lesen und eine höhere Lesemotivation aufweisen, was ihnen im Bereich Deutsch und bei narrativen Texten einen Leistungsvorsprung verschafft.
Die Autorin stellt fest, dass die Wirkung der Koedukation nicht eindeutig belegt ist; es gibt Hinweise darauf, dass getrennter Unterricht das Selbstkonzept von Mädchen verbessern kann, jedoch ohne zwingend die Interessenangleichung zu fördern.
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