Examensarbeit, 2006
71 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Der Begriff „Zweisprachigkeit“
2.1.1 Arten der Zweisprachigkeit
2.1.1.1 Simultane Zweisprachigkeit
2.1.1.2 Natürliche Zweisprachigkeit
2.2 Theorien zum Zweitspracherwerb
2.2.1 Identitätshypothese
2.2.2 Kontrastivhypothese
2.2.3 Interlanguagehypothese
2.2.4 Interdependenzhypothese
2.3 Zusammenfassung
3. Fördernde und hemmende Einflüsse auf die Zweisprachigkeit
3.1 Der Erwerb der Zweitsprache des Kindes
3.1.1 Kann zweisprachige Erziehung eine Überforderung für das Kind sein?
3.2 Die Wichtigkeit der Muttersprache für Migrantenkinder
3.3 Zusammenfassung
4. Sprachliche Sozialisationsinstanzen
4.1 Die Rolle der Eltern
a) Mit dem Kind so viel wie möglich sprechen
b) Sprachmischungen vermeiden
c) Beide Sprachen mit gleicher Zuwendung nahe bringen
4.1.1 Bildung und sozioökonomische Rahmenbedingungen der Eltern
4.1.2 Literacy-Erfahrung
4.2 Die Rolle des Kindergartens
4.2.1 Sprachförderung im Kindergarten
4.2.2 Erzieherinnen als Vorbild
4.2.3 Einbeziehung der Familiensprachen der Kinder in die Einrichtung
4.2.4 Elternarbeit
4.3 Sprachliche Förderkonzepte
4.3.1 HIPPY - Home Instruction Program for Preschool Youngsters
4.3.1.1 Ziele von HIPPY
4.3.1.2 Der Aufbau von HIPPY
4.3.1.3 Der Umgang von HIPPY mit Zweisprachigkeit
4.3.2 Mama lernt Deutsch
a) Lerngruppen
b) Materialien
c) Methoden
4.3.3 „Rucksack“-Projekt
4.3.4 „SISMIK - Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern im Kindergarten“
a) Beobachtung des Ist-Zustandes
b) Teilnahme der Kinder an sprachbezogenen Aktivitäten
c) Sprachbezogene Situation
d) Einschätzung von Sprachkompetenzen
e) Familie und Familiensprache
4.3.5 Das Projekt Interkulturelle Elternarbeit (IEA)
Die deutsch- türkischen Elternbriefe
4.3.6 PIQUE - Projekt Interkulturelle Qualifizierung für Erzieherinnen
4.4 Zusammenfassung
5. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die zweisprachige Erziehung von Kindern mit Migrationshintergrund im Elementarbereich, mit dem Ziel, sowohl theoretische Grundlagen des Zweitspracherwerbs darzulegen als auch praktische Förderansätze für Kindergarten und Elternhaus aufzuarbeiten, um den Bildungserfolg dieser Kinder präventiv zu unterstützen.
3.1.1 Kann zweisprachige Erziehung eine Überforderung für das Kind sein?
In der Fachliteratur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde häufig die Auffassung vertreten, dass Zweisprachigkeit eine Gefahr für das Kind darstelle, da sie für den kindlichen Spracherwerb sowie für die kognitive und die gesamte Entwicklung ein Verzögerungsfaktor sei. Damalige amerikanische und europäische Untersuchungen meinten bewiesen zu haben, dass bilinguale Kinder weder die erste noch die zweite Sprache gut lernen. Deren Denk- und Sprachentwicklung würden stattdessen negativ beeinflusst (Triarchi 2003, 97). Die Untersuchungsergebnisse lauten u.a.:
• zweisprachige Kinder können sprachlich nicht kreativ sein;
• sie zeigen eine verzögerte Entwicklung ihrer Intelligenz;
• durch das gleichzeitige Erlernen von zwei Sprachen werden sie überfordert;
• sie haben Minderwertigkeitskomplexe;
• sie sind linkshändig, ungeschickt und sie stottern oft (Wieczerkowski 1965, 5).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz der Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund vor dem Hintergrund der PISA-Studien.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Zweisprachigkeit und grenzt verschiedene Arten des Zweitspracherwerbs sowie zentrale theoretische Hypothesen voneinander ab.
3. Fördernde und hemmende Einflüsse auf die Zweisprachigkeit: Es werden die Bedingungen untersucht, die den Spracherwerb beeinflussen, wobei insbesondere die Bedeutung der Muttersprache und das Risiko einer Überforderung thematisiert werden.
4. Sprachliche Sozialisationsinstanzen: Dieser umfangreiche Teil beleuchtet die Rolle von Eltern und Kindergärten sowie verschiedene spezifische Förderkonzepte und Projekte.
5. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens zur dauerhaften Unterstützung zweisprachiger Kinder.
Zweisprachigkeit, Migrationshintergrund, Elementarbereich, Zweitspracherwerb, Sprachförderung, Muttersprache, Kindergarten, Elternarbeit, Literacy-Erfahrung, Interdependenzhypothese, Interkulturelle Erziehung, Bildungserfolg, Sprachsozialisation, HIPPY, Rucksack-Projekt
Die Arbeit beschäftigt sich mit der zweisprachigen Erziehung von Kindern mit Migrationshintergrund im Kindergartenalter und den Möglichkeiten, diese in ihrer sprachlichen Entwicklung optimal zu fördern.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Modellen des Spracherwerbs, dem Einfluss von Elternhaus und Kindergarten sowie der Analyse praktischer Förderprogramme.
Das Ziel ist es, Hindernisse und förderliche Maßnahmen zu identifizieren, um den Bildungserfolg von Migrantenkindern durch eine ganzheitliche Sprachförderung zu sichern.
Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung und Analyse bestehender Fachliteratur und pädagogischer Förderkonzepte im Kontext der Erziehungswissenschaft.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, diskutiert hemmende und fördernde Faktoren für Zweisprachigkeit und stellt detailliert verschiedene Sprachförderprojekte vor.
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Zweisprachigkeit, Sprachförderung, Migration, Elementarpädagogik und Interkulturelle Erziehung.
Die Hypothese besagt, dass die sprachliche und kognitive Entwicklung in der Zweitsprache stark vom Fundament der Muttersprache abhängt und diese daher unbedingt wertgeschätzt werden muss.
Es ermöglicht, das Kind sprachlich zu korrigieren, ohne dessen Mitteilungsfreude oder Selbstwertgefühl zu verletzen, indem die Äußerung in korrekter Form vom Erwachsenen aufgegriffen wird.
Das Projekt bezieht Eltern aktiv mit ein, indem sie wöchentlich Materialien erhalten, um ihre Kinder zu Hause gezielt in ihrer jeweiligen Familiensprache oder beim Erlernen des Deutschen zu unterstützen.
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