Examensarbeit, 2006
67 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Thematik und Forschungsstand
1.2. Methodik der Untersuchungen
2. Musikalische Lyrik zu Beginn des 19. Jahrhunderts
2.1. Kompositorische Praxis
2.2. Das Kunstlied
3. Vergleichende Analysen
3.1. Der Dichter
3.2. Der Komponist
3.3. Liedauswahl
3.3.1. Eine Leichenfantasie
3.3.2. Des Mädchens Klage
3.3.3. Die Götter Griechenlandes
3.4. Die Begleitung
3.4.1. Begleitung mit Melodieführung
3.4.2. Begleitung als harmonische Stütze
3.4.3. Eigenständige Begleitung
3.5. Vor-, Zwischen- und Nachspiele
3.6. Harmonik
4. Kompositorische Stationen in den Schiller-Liedern
5. Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der kompositorischen Vorgehensweise Franz Schuberts durch seine Auseinandersetzung mit den Texten von Friedrich Schiller, um die stilistischen Veränderungen über einen Zeitraum von 15 Jahren nachzuvollziehen.
3.3.1. Eine Leichenfantasie
Die in der Anthologie von 1782 veröffentlichte Leichenfantasie gehört zur Jugendlyrik Schillers. Der plötzliche Tod seines Schulfreundes Christoph August von Hoven hatte ihn stark erschüttert und im Jahr 1780 dazu veranlasst, die Leichenfantasie zu schreiben. Dieses neunstrophige Gedicht thematisiert die Dramatik und die Endgültigkeit des Todes. In stark emotional gefärbter Sprache wird der Antagonismus der schönen, heiteren Momente des Lebens und der unbedingten Grausamkeit des Todes in kontrastierenden Abschnitten dargestellt.
Bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bezeichnete Schiller seine Jugendlyrik selbstkritisch als „überspannt“. Überspannt wirken vor allem das Pathos seiner Sprache und die Fülle der expressiven und kontrastreichen Bilder. Schiller wollte den Leser auf diese Art „an Rosenketten zu dem Himmel“ leiten oder „mit Donnern vor dem Abgrund“ warnen. Die extremen Mittel, die er dazu nutzt, schaffen in der Leichenfantasie vor allem plakative Dramatik und bewirken statt der intendierten Ergriffenheit eher emotionale Distanz.
1. Einleitung: Beleuchtet den Forschungsstand zu Schuberts Schiller-Liedern und erläutert die methodische Herangehensweise der Untersuchung.
2. Musikalische Lyrik zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Beschreibt die ästhetischen Rahmenbedingungen der Gattung Lied um 1800 und die Rolle der Berliner sowie Wiener Liederschulen.
3. Vergleichende Analysen: Analysiert den Einfluss von Dichter und Komponist sowie spezifische Parameter wie Liedauswahl, Begleitung und Harmonik anhand ausgewählter Beispiele.
4. Kompositorische Stationen in den Schiller-Liedern: Fasst die stilistischen Entwicklungen und kompositorischen Veränderungen in Schuberts Umgang mit Schiller-Texten zusammen.
5. Schlusswort: Resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und bewertet die Bedeutung von Schuberts Schiller-Vertonungen für sein Gesamtwerk.
Franz Schubert, Friedrich Schiller, Kunstlied, Strophenlied, Durchkomponiertes Lied, Begleitung, Harmonik, Liedästhetik, Leichenfantasie, Des Mädchens Klage, Die Götter Griechenlandes, Kompositionsstil, Musikgeschichte, Wiener Klassik, Wort-Ton-Verhältnis
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Liedvertonungen von Franz Schubert nach Texten von Friedrich Schiller und analysiert, wie sich Schuberts kompositorischer Stil durch diese spezifische Textauswahl verändert hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Liedbegleitung, der harmonischen Gestaltung und der textlich motivierten kompositorischen Entscheidungsprozesse Schuberts.
Das Ziel ist es, den kompositorischen Wandel Schuberts im Umgang mit Schillers Lyrik über einen Zeitraum von 15 Jahren anhand exemplarischer Lieder aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine vergleichende Analyse von Liedtexten und Vertonungen, wobei Kriterien wie das Wort-Ton-Verhältnis, Begleitstrukturen, Vor- und Nachspiele sowie die Harmonik als Analysewerkzeuge dienen.
Der Hauptteil analysiert intensiv die Liedauswahl, insbesondere die Leichenfantasie, Des Mädchens Klage und Die Götter Griechenlandes, sowie die verschiedenen Ausprägungen der Klavierbegleitung und harmonische Neuerungen.
Zentrale Begriffe sind Schubert, Schiller, Kunstlied, Begleitung, Harmonik, Liedästhetik und die Analyse spezifischer Werkgruppen wie der frühen Leichenfantasie.
Zumsteeg wird als wichtiger Einflussfaktor für Schubert genannt, insbesondere im Hinblick auf die Übernahme von dramatischen Stilmitteln und das Rezitativ in den Schiller-Vertonungen.
Das Werk gilt als besonders repräsentativ, da es nach Ansicht der Autorin dem Charakter eines romantischen Kunstliedes am meisten entspricht und wesentliche Entwicklungstendenzen in der Begleitung verdeutlicht.
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