Examensarbeit, 2006
88 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Hochbegabung und Hochleistung
2.1 Was bedeutet Hochbegabung?
2.2 Überblick über die Geschichte der Hochbegabung
2.3 Diskussionen über Hochbegabung
2.4 Hochbegabungsmodelle
2.5 Erkennung und Identifikation von Hochbegabten
2.6 Förderungen von Hochbegabten
2.6.1 Förderungen in der Schule
2.6.2 Förderungen in der Universität
2.7 Zur Persönlichkeit von hochbegabten Kindern
2.8 Hochbegabung und Verhaltensstörung
2.9 Die Bedeutung der Motivation
2.10 Underachiever
2.11 Hochbegabung und Hochleistung
2.12 Vorläufiges Fazit
3. Musikalische Hochbegabung
3.1 Über das Phänomen „Musikalische Begabung“
3.1.1 Was ist musikalische Begabung
3.1.2 Der Ursprung musikalischer Begabung
3.1.3 Die Entwicklung musikalischer Begabung
3.2 Musiktests
3.2.1 Carl Seashore “Measures of Musical Talents”
3.2.2 Arnold Bentleys “The Measures of Musical Ability”
3.2.3 Edwin Gordons Musiktest „Musical Aptitude Profile“
3.2.4 Kritikpunkte an Musiktests
3.3 Identifikation und Förderung musikalischer Begabung
3.3.1 IBFF
3.3.2 Jugend musiziert
3.4 Über die Persönlichkeit von musikalisch Hochbegabten
3.5 Die musikalische Lebenswelt hochbegabter Kinder und Erwachsener
3.5.1 Die Bedeutung der Familie
3.5.2 Die Rolle des Instrumentallehrers
3.5.3 Musik im Alltag
3.5.4 Entwicklungsphasen professioneller Musiker
3.6 Hochbegabungsforschung vs. Expertiseforschung
3.6.1 Musical Savants
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Hochbegabung und Hochleistung, mit einem besonderen Fokus auf den musikalischen Bereich. Sie verfolgt das Ziel, die Definitionen von Hochbegabung zu klären, Identifikationsmöglichkeiten und Förderansätze aufzuzeigen sowie den entscheidenden Unterschied zwischen dem Potenzial zur Hochbegabung und der tatsächlichen Umsetzung in Hochleistung anhand theoretischer Modelle und musikalischer Fallbeispiele zu analysieren.
3.6.1 Musical Savants
Das Beispiel der Savants zeigt, dass ein hoher IQ keine Voraussetzung für außergewöhnliche Leistung ist. Savants sind geistig Schwerstbehinderte, die einen IQ von ca. 40 – 70 haben, die aber eine außergewöhnliche Begabung in einem speziellen Gebiet vorweisen können. Ein Beispiel dazu: Ein vierjähriges Mädchen, das kaum in der Lage war, Mama und Papa zu artikulieren, konnte über 50 Melodien auswendig singen (vgl. Ribke 1979, S.145).
Savants wurden in der Literatur schon um 1887 dokumentiert (vgl. Morelock 2000, S.228). Heutzutage spricht man über das Savant-Syndrom oder über Savants. Bis 1989 war der Begriff „Idiot Savants“ verbreitet, der dann aber den Ruf bekam, grausam und unwissenschaftlich zu sein. Das Savant Syndrom ist entweder angeboren oder wird durch einen Unfall verursacht. Savants erscheinen vorwiegend in den Domänen Kunst, Musik und Mathematik, wobei im letzteren die Fähigkeit zu schnellem Kopfrechnen und kalendarischem Rechnen am häufigsten vorkommt. In der Musik sind Savants ausnahmslos Pianisten, sie spielen keine anderen Instrumente (vgl. Winner 1998, S. 112).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Hochbegabung ein, beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Begabtenförderung und definiert den Untersuchungsrahmen der Arbeit.
2. Hochbegabung und Hochleistung: Dieses Kapitel erläutert den Begriffsgehalt von Hochbegabung, diskutiert verschiedene Erklärungsmodelle und beleuchtet die Rolle von Motivation, Persönlichkeit und Sozialisation bei der Entwicklung von Hochleistung.
3. Musikalische Hochbegabung: Dieses Kapitel widmet sich spezifisch der musikalischen Begabung, analysiert deren Entwicklung, kritisiert gängige Testverfahren und untersucht den Einfluss von Familie und Instrumentallehrern auf den musikalischen Werdegang.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont erneut, dass Begabung ohne gezielte Förderung und die notwendige intrinsische Motivation selten in tatsächliche Höchstleistung mündet.
Hochbegabung, Hochleistung, Musikalische Begabung, Identifikation, Fördermaßnahmen, Underachiever, Motivation, Expertiseforschung, Talent, Musiktests, Jugend musiziert, Begabungsmodelle, Sozialisation, Musical Savants, Instrumentallehrer
Die Arbeit untersucht das Wesen von Hochbegabung, insbesondere wie sie sich im musikalischen Kontext zeigt und wie sie sich von der tatsächlichen Hochleistung unterscheidet.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Hochbegabung, der Rolle der Umwelt bei der Entfaltung von Talenten sowie den Möglichkeiten und Herausforderungen der gezielten Förderung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Hochbegabung allein nicht ausreicht, um Höchstleistungen zu erzielen, und welche Faktoren – wie Motivation und ein unterstützendes Umfeld – für diesen Prozess entscheidend sind.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung bestehender Forschungsliteratur, Modelle zur Begabungsdiagnostik sowie Auswertungen von Fallstudien und biographischen Untersuchungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Auseinandersetzung mit Hochbegabungsmodellen und eine spezifische Analyse der musikalischen Begabung, inklusive der Kritik an Musiktests und der Bedeutung von Wettbewerben.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hochbegabung, Musikalische Begabung, Expertiseforschung, Motivation, Underachiever und Fördermaßnahmen.
Während die klassische Forschung oft von einer angeborenen Anlage ausgeht, betont die Expertiseforschung die entscheidende Rolle von intensivem, langjährigem Training und einer strebsamen Arbeitsmoral für das Erreichen eines Expertenstatus.
Musical Savants dienen als Beispiel dafür, dass außergewöhnliche musikalische Leistungen möglich sind, selbst wenn ein niedriger IQ vorliegt, was die Annahme entkräftet, dass ein hoher allgemeiner IQ zwingende Voraussetzung für jede Hochleistung sei.
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