Examensarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Französisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
1.1 Motivation und Zielsetzung dieser Arbeit
1.2 Zum Verständnis von Prinzip und Entstehung dieser Arbeit
2. Ausgangspunkt: Paradigmenwechsel in der Fremdsprachendidaktik
2.1 Zur aktuellen Literatur in der Französischdidaktik
2.1.1 Kompetenzbegriff
2.1.2 Idee des Konstruierens und Lernerautonomie
2.1.3 Unterrichtsentwicklung und Fokus auf Handlungsorientierung
2.2 Entwicklungen im Internet
2.2.1 Günstige, legitime Infrastrukturen für den „Wissensverkehr“
2.2.2 Initiative: virtuelle Vorlesung
3. Theoriefundament und didaktisch-wissenschaftliche Prädispositionen
3.1 Anthropologische Prämissen (und damit Aufbau eines Lernerkonstrukts)
3.1.1 Kontrolle und exploratives Verhalten
3.1.2 Problemlösekompetenz
3.1.3 Flow und intrinsische Motivation
3.1.4 Grundbedürfnisse als Manifestation des Kontrollbegriffs
3.1.5 Systemtheoretische Grundlagen
3.2 Das didaktische Modell „Lernen durch Lehren“
3.2.1 Unterrichtsmodell auf anthropologisch motiviertem Gerüst
3.2.2 Konkrete Strukturen und fremdsprachendidaktische Einordnung
3.2.3 LdL-Prinzipien im Zusammenhang
3.3 Wissen und dessen Generierung
3.3.1 Daten, Informationen, Wissen und Wissensgenerierung
3.3.2 Voraussetzungen der Wissensgenerierung in Unternehmen
3.3.3 Enabler der Wissensgenierung im LdL-Unterricht
3.3.4 Wissensmetabolismus im Unterricht
3.3.5 Netzwerke und Emergenzen
4. Applikation des Netzwerkgedankens auf den LK und dessen Implikationen
4.1 Die Organisationsform „Gehirn“
4.1.1 Netzwerkstruktur: Die Klasse als neuronales Netz
4.1.2 Rivalisierende vs. kooperative Zielstrukturen und Lernmotivation
4.1.3 Wirkung der kooperativen Lernform „Gehirn“
4.2 Inhalte und Aktivitäten
4.2.1 Zur Relevanz geistesgeschichtlich-literarischen Strukturwissens
4.2.2 Kontemporäres Zeitgeschehen
4.2.3 Kompetenzerwerb und -Training am Beispiel von Reisen
4.2.4 Metareflexion und Transparenz
4.3 Die Wiki-Seiten des LK
5. Zusammenfassung und Ausblick
5.1 Universales Motto: Sensibilität und Routine im Ungang mit intellektuellen Ressourcen
5.2 Konsequenzen für die Lehrerbildung
Diese Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft und dessen Auswirkungen auf den Fremdsprachenunterricht. Ziel ist es, ein kohärentes Konzept kollektiver Wissenskonstruktion zu beschreiben, das den Lernenden auf komplexe Anforderungen vorbereitet und durch das Modell „Lernen durch Lehren“ (LdL) eine handlungsorientierte Basis bietet.
3.1.1 Kontrolle und exploratives Verhalten
Unter Berufung auf Dörner u. a. betrachtet Martin die Kontrolle als zentrale Determinante menschlichen Handelns. Kontrolle soll hier definiert werden als eine multidimensionale Lebensbewältigungskompetenz, die sich von der Selbsterhaltung als Kontrolle des eigenen Lebens bis zur kognitiven Durchdringung von Situationen, also dem Gefühl, „Handlungsfelder im Griff“ zu haben und auftretenden Schwierigkeiten zu meistern, erstreckt. Kontrolle kann als „Wahrnehmung von Handlungs-Ergebnis-Kontingenzen“ erklärt werden, wird also nicht nur durch aktive Einflussnahme auf die Umwelt wahrgenommen, sondern hat ebenso eine eindeutig kognitive Komponente.
Der Verfasser geht bei der Beschreibung der Kontrolle als zentrales Motiv menschlichen Handelns von der Prämisse aus, dass das menschliche Leben in seinem Voranschreiten ständig mit Situationsveränderungen, Defiziten und damit physischem und vor allem kognitivem Kontrollverlust verbunden ist. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass die Schule in ihrem Erziehungsauftrag die Bildung und Erhöhung der (kognitiven) Kontrollkompetenz als elementar betrachten muss, damit sich beim Schüler Routine bei der Konfrontation unbekannter Situationen einstellt.
Diese Routine kann sich aber nur einstellen, wenn der Lerner sich in Situationen begibt, die unweigerlich mit einem Kontrollverlust einhergehen, und sich darin behauptet, die Kontrolle also wieder herstellt. Das Meistern derartiger Situationen ist mit der Internalisierung eines abstrakten, kognitiven Schemas verbunden. Je mehr Situationen problemlösend überwunden werden, desto breiter gestaltet sich die „kognitive Landkarte“. Die Bereitschaft, sich in Situationen zu begeben, die ein hohes Maß an Unbestimmtheiten enthalten, entspricht einer explorativen Haltung. Je mehr ein Mensch also exploriert, desto wahrscheinlicher und öfter gerät er in Situationen, die sich durch ein hohes Maß an Unbestimmtheit auszeichnen. Exploratives Verhalten stellt demnach die Voraussetzung für eine Erweiterung der kognitiven Landkarte dar.
1. Einleitung: Motivation und Zielsetzung der Arbeit, die den Paradigmenwechsel im Unterricht thematisiert und den Forschungsrahmen absteckt.
2. Ausgangspunkt: Paradigmenwechsel in der Fremdsprachendidaktik: Analyse der aktuellen Literatur sowie der Rolle des Internets als Infrastruktur für Wissenskonstruktion.
3. Theoriefundament und didaktisch-wissenschaftliche Prädispositionen: Anthropologische und systemtheoretische Grundlagen des Lernens sowie das Modell „Lernen durch Lehren“.
4. Applikation des Netzwerkgedankens auf den LK und dessen Implikationen: Praktische Anwendung der Netzwerkmetapher im Leistungskurs sowie spezifische Unterrichtsaktivitäten.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die Bedeutung von Netzsensibilität und Konsequenzen für die zukünftige Lehrerbildung.
Lernen durch Lehren, LdL, Wissenskonstruktion, Wissensgesellschaft, Fremdsprachendidaktik, Gehirnmetapher, Handlungsorientierung, kollektive Intelligenz, Netzsensibilität, Wissensmanagement, Konstruktivismus, Problemlösekompetenz, exploratives Verhalten, Emergenz, Wikiversity.
Die Arbeit behandelt den Übergang von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft und wie diese Veränderung die Ziele und Methoden des modernen Fremdsprachenunterrichts beeinflusst.
Im Zentrum stehen die Konzepte der kollektiven Wissenskonstruktion, die Anwendung der „Lernen durch Lehren“-Methode (LdL) und die Nutzung des Internets zur Vernetzung von Schülern.
Ziel ist es, ein operationalisierbares Unterrichtsmodell zu entwickeln, das den Schüler befähigt, in komplexen, vernetzten Strukturen agieren zu können, anstatt nur isoliertes Faktenwissen zu reproduzieren.
Die Arbeit kombiniert kognitionspsychologische und systemtheoretische Ansätze mit einer empirischen Beschreibung der Praxis in einem Leistungskurs Französisch.
Der Hauptteil analysiert die anthropologischen Grundlagen (Kontrolle, Problemlösen), das LdL-Konzept, die Metapher der Klasse als „neuronales Netz“ sowie konkrete Projektarbeit im Unterricht.
Zu den Kernbegriffen gehören LdL, Wissenskonstruktion, Gehirnmetapher, Netzsensibilität, Emergenz, Handlungsorientierung und Wissensmanagement.
Das Klassenzimmer wird metaphorisch als neuronales Netzwerk betrachtet, in dem einzelne Schüler als „Neurone“ agieren, die durch intensive Kommunikation Wissen gemeinsam generieren und verarbeiten.
Wikis dienen als ideale Plattform für die Dokumentation und den kollektiven Aufbau von Wissen, wodurch Schüler ihre Lernprozesse transparent machen und global vernetzen können.
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