Examensarbeit, 2006
120 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Gewaltdefinition
2.1 Gewaltformen
2.1.1 Gewalt in der Familie
2.1.2 Gewalt in der Gesellschaft
2.1.3 Gewalt als soziales Problem
2.1.4 Gewaltmotive
2.2 Stand der Gewaltforschung
2.3 Gewaltverständnis von Grundschülern und Lehrern
2.4 Begriffsdefinition synonym gebrauchter Begriffe für Gewalt
2.4.1 Kriminalität
2.4.2 Abweichendes Verhalten
2.4.3 Delinquenz
2.4.4 Aggression
2.5 Gewaltbegriff der vorliegenden Arbeit
3 Geschlechtsspezifische Unterschiede und Gemeinsamkeiten
4 Erscheinungsformen von Gewalt im Erfahrungsbereich von Kindern
4.1 Die Opfer und Täter
4.2 Gewaltformen in der Grundschule
4.2.1 Zusammenhang zwischen Schulform, Klassengröße und Gewalt
5 Theorien zu den Ursachen von Gewalt und deren Bedeutung für die Praxis
5.1 Allgemein psychologische Erklärungsansätze
5.1.1 Triebtheorien
5.1.2 Frustrationstheorien
5.1.3 Lerntheorien
5.1.3.1 Lernen am Modell
5.1.3.2 Lernen am Erfolg bzw. Misserfolg
5.1.3.3 Kognitives Lernen
5.1.4 Zusammenfassung der Lerntheorien
5.2 Soziologische Theorien
5.2.1 Anomietheorie
5.2.2 Etikettierungstheorie
5.2.3 Schulbezogener sozialökologischer Ansatz
5.3 Zusammenfassung
6 Gewaltmotive und Risikofaktoren
6.1 Familiärer Kontext und Gewalt
6.2 Peergroups
6.3 Medien und Gewalt
6.3.1 Wirkung von Mediengewalt
6.3.2 Eine neue Form der Gewaltverbreitung – Happy-Slapping
7 Gewaltprävention in der Grundschule
7.1 Argumente für eine frühe Gewaltprävention
7.2 Rechtliche Grundlagen gewaltpräventiver Maßnahmen in der Grundschule
8 Gewaltpräventionsprogramme
8.1 FAUSTLOS
8.1.1 Das Curriculum
8.2 'PIT 2'
8.3 Mediation
8.4 Lehrerprogramme
8.4.1 Das Konstanzer Trainingsmodell (KTM)
8.4.2 Schulinterne Lehrerfortbildung zur Gewaltprävention (SchiLF)
9 Mögliche außerschulische Partner
9.1 Polizei
9.1.1 Abseits
9.1.2 Mut tut gut
9.2 Kinderschutzbund
9.2.1 Schülerhilfsprogramm des Kinderschutzbundes
9.3 Kirche
9.3.1 Gewaltprävention in der Bibel
9.3.1.1 Lehrplan evangelische Religionslehre
9.3.1.2 Lehrplan katholische Religionslehre
9.3.2 Der Einsatz von Mediation im Religionsunterricht
9.4 Jugendamt
9.4.1 Aktionswoche gegen Kindeswohlgefährdung
9.5 Private Anbieter
9.5.1 WO-DE Sicherheitsschulung
10 Praxisanregungen für den Unterricht und die Schule
10.1 Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule
10.2 Schulordnung und Klassenregeln
10.3 Kleine Stille zwischendurch
10.3.1 Entspannungsspiele
10.3.1.1 Wutspagetti
10.3.1.2 Im Land des Lächelns
10.3.1.3 Schau dich um
10.4 Pausenhofgestaltung
10.5 Aktive Pause
11 Praktischer Teil
11.1 Vorstellung der Schule
11.1.1 Vorstellung der untersuchten Klassen
11.2 Aufbau der Schülerfragebögen
11.3 Aufbau der Elternfragebögen
11.4 Aufbau der Lehrerfragebögen
12 Ergebnisse
12.1 Ergebnisse der Schülerfragebögen
12.2 Ergebnisse der Elternfragebögen
12.3 Ergebnisse der Lehrerfragebögen
13 Auswertungen und Rückschlüsse der empirischen Untersuchung
14 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen Gewaltentwicklung, theoretischen Erklärungsansätzen und der Notwendigkeit sowie Umsetzung von Präventionsmaßnahmen in der Grundschule, um Lehrkräften fundierte Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Gewaltkonflikten zu vermitteln.
2 Gewaltdefinition
Gewalt wird als Problem betrachtet und in verschiedene Kategorien unterteilt, in denen Gewalt vorkommt und die Begriffe für Gewalt synonym eingesetzt werden (vgl. Schad 1996, S. 76).
Heute ist der Gewaltbegriff innerhalb der Gesellschaft durchgängig negativ besetzt und wird als Bezeichnung für soziale Handlungsweisen verwendet, die als gesellschaftlich inopportun gelten, dennoch übt die damit verbundene Zerstörung und das Leid gerade auf Kinder und Jugendliche eine besondere Faszination aus. Gewalt begegnet uns in vielen Lebensbereichen. Sei es in der Form kriegerischer Auseinandersetzungen verschiedener Völker oder auch im Alltag. Obwohl Gewaltvorkommnisse heftig kritisiert werden, scheint das Leben ohne sie nicht zu funktionieren.
„Der Prozess der Vergesellschaftung war und ist immer mit Triebverzicht und Askese, mit Zwang gegen sich und andere verbunden. Die Fähigkeit zur Gewalt ermöglicht den Erhalt der Menschheit, regelt das Miteinander und ist Voraussetzung von Kultur.“ (Melzer/Schubart/Ehninger 2004, S. 17).
Der Gewaltbegriff, bezogen auf die Theorienbildung zur schulbezogenen Gewaltforschung, ist bislang nicht hinreichend geklärt. Die Auseinandersetzung mit dem Thema hat dazu beigetragen, die sozialen und kulturellen Hintergründe näher zu untersuchen. Jeder Kulturbereich, jede soziale Schicht und jede Subkultur verfügt über ein unterschiedliches Gewaltempfinden, Normen- und Wertesystem. Daher ist es möglich, dass ein und dieselbe Handlung auf unterschiedliche Weise wahrgenommen wird. Was für die eine Kultur ein Gewaltakt ist, muss beispielsweise für den Bürger des mitteleuropäischen Raums keiner sein.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Gewalt und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2 Gewaltdefinition: Diskussion und Abgrenzung des Gewaltbegriffs von synonymen Begriffen und Einteilung in Gewaltformen.
3 Geschlechtsspezifische Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Analyse der Ursachen und Unterschiede des Gewaltverhaltens bei Mädchen und Jungen.
4 Erscheinungsformen von Gewalt im Erfahrungsbereich von Kindern: Untersuchung der Täter- und Opferrollen und des Einflusses der Schule.
5 Theorien zu den Ursachen von Gewalt und deren Bedeutung für die Praxis: Darstellung psychologischer und soziologischer Erklärungsmodelle für Gewalt und Aggression.
6 Gewaltmotive und Risikofaktoren: Beleuchtung des Einflusses von Familie, Peergroups und Medienkonsum auf das Gewaltverhalten.
7 Gewaltprävention in der Grundschule: Begründung für frühe Prävention und Erläuterung rechtlicher Rahmenbedingungen.
8 Gewaltpräventionsprogramme: Vorstellung konkreter Ansätze zur Prävention wie FAUSTLOS, PIT 2 und Mediation.
9 Mögliche außerschulische Partner: Darstellung externer Unterstützungsangebote durch Polizei, Kinderschutzbund, Kirche und Jugendamt.
10 Praxisanregungen für den Unterricht und die Schule: Konkrete methodische Impulse zur Gestaltung eines gewaltfreien Schullebens.
11 Praktischer Teil: Beschreibung des Forschungsdesigns der empirischen Untersuchung an einer Grundschule.
12 Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten aus Schüler-, Eltern- und Lehrerfragebögen.
13 Auswertungen und Rückschlüsse der empirischen Untersuchung: Zusammenführung und Diskussion der Ergebnisse mit dem theoretischen Teil.
14 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Arbeit und Ausblick.
Gewaltprävention, Grundschule, Aggression, Gewaltdefinition, Familiärer Kontext, Medienkonsum, Peergroups, Mediation, Schulklima, Erziehungsstil, Sozialisation, Empirische Untersuchung, Gewaltformen, Konfliktlösung, Soziale Kompetenz.
Die Arbeit befasst sich mit der Gewaltproblematik an Grundschulen, untersucht Ursachen und Erscheinungsformen sowie Möglichkeiten der Prävention.
Theoretische Gewaltbegriffe, Einflussfaktoren wie Familie und Medien, bewährte Präventionsmodelle und die praktische Umsetzung an Grundschulen.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Gewaltursachen und Präventionsmaßnahmen aufzuzeigen und praktische Lösungen für den Schulalltag abzuleiten.
Die Arbeit kombiniert eine umfassende theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Untersuchung an zwei vierten Klassen (Schüler, Eltern, Lehrer).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition von Gewalt, eine Analyse der Ursachen (Theorien) und Risikofaktoren sowie eine Vorstellung konkreter Programme und außerschulischer Kooperationen.
Gewaltprävention, Aggression, Schulalltag, Erziehung, Konfliktlösung und soziale Kompetenz sind zentrale Begriffe.
Das 10. Kapitel bietet direkte, anwendungsbezogene Vorschläge für den Lehreralltag, wie etwa Entspannungsspiele oder die Gestaltung von Klassenregeln.
Jungen tendieren eher zu physischer Gewalt, während Mädchen häufiger subtilere Formen wie Ausgrenzung oder Gerüchte nutzen.
Die befragten Lehrkräfte schätzen das generelle Gewaltvorkommen als gering ein, sehen jedoch Ausgrenzung als häufigsten Konflikt an.
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