Diplomarbeit, 2007
98 Seiten, Note: "keine"
1. Ausgangslage
1.1. Motivation
1.2. Erfahrungen und Alltagstheorien der unterrichtenden Lehrpersonen
1.3. Problematisches Unterrichtsverhalten der Lernenden
1.4. Abteilungsweiser NMM-Unterricht in der 8. Realklasse
1.5. Fragestellungen
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Reflexive Koedukation und partielle Seedukation
2.1.1. Koedukationsdebatten
2.1.2. Geschlechtergerechter Unterricht im Fach NMM
2.1.3. Koedukativer Unterricht mit seeduzierten Phasen
2.2. Koedukation und geschlechtergerechter Unterricht im Lehrplan Volksschule des Kantons Bern
2.3. Unterrichtsverhalten der Lernenden
2.3.1. Frage- und Antwortverhalten
2.3.2. Reagieren auf Beiträge anderer Lernenden
2.3.3. Unterrichtsstörungen
3. Hypothese
4. Empirischer Teil
4.1. Überblick zu den vorgesehenen Erhebungen
4.2. Beobachtung von einzelnen Lernenden
4.2.1. Erhebungssituation / Kontext
4.2.2. Methode / Instrument
4.2.3. Vorgehen / Durchführung
4.2.4. Darstellung und Beschreibung der Daten
4.2.5. Interpretation der Daten
4.3. Befragung von Lernenden und Unterrichtenden
4.3.1. Erhebungssituation / Kontext
4.3.2. Methode / Instrument
4.3.3. Vorgehen / Durchführung
4.3.4. Darstellung und Beschreibung der Daten
4.3.5. Interpretation der Daten
5. Zusammenzug / Fazit
5.1. Ergebnisse der Erhebungen im Vergleich
5.2. Schlussfolgerungen
5.3. Konsequenzen für unseren Schulalltag
6. Verzeichnisse
6.1. Literaturverzeichnis
6.2. Abbildungsverzeichnis
7. Anhang
Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, ob sich das Unterrichtsverhalten von Realschülerinnen und Realschülern in geschlechtshomogenen NMM-Unterrichtssequenzen im Vergleich zum koedukativen Unterricht verändert. Die Arbeit stellt die Forschungsfrage, ob seedukative Phasen neue Chancen für das Lernverhalten bieten und wie sich diese in Bezug auf Interaktion und Störungsanfälligkeit auswirken.
Zeitweise monoedukative Angebote sind eine neue Lernchance für Mädchen und Jungen
Die Einführung der Koedukation war mit der Hoffnung verbunden, mit der Abschaffung der Geschlechtertrennung auch unterschiedliche Rollenzuweisungen und Dominanz zu beseitigen - ein, wie wir inzwischen wissen, riesiger Trugschluss. Schule als Spiegel der Gesellschaft produziert weiterhin Rollenstereotypen und Geschlechterhierarchie. […]
Anfangsunterricht in Physik fällt häufig mit dem Beginn der Pubertät zusammen, also einem Alter, wo viele Mädchen einen Entwicklungsvorsprung haben, unter dem die gleichaltrigen Jungen leiden. Umso mehr reklamieren die Jungen die Männerdomäne Physik für sich und bringen die Mädchen durch Vorpreschen und Dominanzgebaren zum Schweigen. […] Die meisten Mädchen überlassen den Jungen kampflos das Feld, denn "Schweigen" oder "Sich-Verweigern" der Physik und Technik gegenüber hat langfristig auch seine bequemen Seiten. (Sie sitzt gemütlich im warmen Auto - er liegt im Matsch und zieht die Schneeketten auf.)
Das gemeinsame Lernen in der Schule hat die gegenseitigen Zerrbilder der Geschlechter kleiner werden lassen. Jungen begegnen auch leistungsstarken und selbstbewussten Mädchen, Mädchen lernen die Vorstellung vom Traumprinzen zu relativieren. Nur im gemeinsamen Miteinander erhalten die Geschlechter eine Chance der gegenseitigen Einschätzung und Wertschätzung.
1. Ausgangslage: Die Autoren beschreiben ihre Motivation für das Thema und führen in die schulischen Rahmenbedingungen sowie das problematische Unterrichtsverhalten in ihrer Realklasse ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erörtert die Konzepte der reflexiven Koedukation und partiellen Seedukation im Kontext des aktuellen Forschungsstandes und des Lehrplans.
3. Hypothese: Auf Basis der Theorie wird die Hypothese formuliert, dass geschlechtshomogene Gruppen das Unterrichtsverhalten positiv beeinflussen.
4. Empirischer Teil: Die Autoren erläutern die Methodik ihrer Beobachtungen und Befragungen zur Datengewinnung in Halbklassen.
5. Zusammenzug / Fazit: Die erhobenen Daten werden verglichen, interpretiert und in Bezug auf die Hypothese sowie für den Schulalltag diskutiert.
Koedukation, Seedukation, reflexive Koedukation, Unterrichtsverhalten, Geschlechtertrennung, NMM-Unterricht, Realschule, Aktionsforschung, Unterrichtsstörungen, Frageverhalten, Gender, Chancengleichheit, geschlechtergerechter Unterricht, Schülerbeobachtung, Partielle Seedukation
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von zeitweise geschlechtergetrenntem Unterricht (Seedukation) auf das Verhalten von Schülerinnen und Schülern einer 8. Realklasse im Fach Natur-Mensch-Mitwelt.
Im Mittelpunkt stehen das Frage- und Antwortverhalten, die Art der Reaktion auf Mitschülerbeiträge sowie die Häufigkeit und Art von Unterrichtsstörungen.
Ziel ist es zu überprüfen, ob sich durch eine temporäre Trennung der Geschlechter ein entspannteres Lernklima schaffen lässt und ob Lernende dadurch aktiver am Unterricht teilnehmen.
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Beobachtungen einzelner Lernender durch die Lehrpersonen sowie eine mehrstufige Befragung (offene und geschlossene Fragebögen) von Lernenden und beteiligten Lehrpersonen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Koedukationsdebatten und einen empirischen Teil, in dem die erhobenen Daten detailliert dargestellt und interpretiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Koedukation, Seedukation, Geschlechtergerechtigkeit, Unterrichtsstörungen und Lernverhalten klassifizieren.
Der Lehrplan dient als normative Grundlage, wobei die Autoren kritisch beleuchten, wie die Forderungen nach Gleichstellung und die Möglichkeit zu seedukativen Phasen in der Praxis umgesetzt werden.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Koedukation kein Auslaufmodell ist, aber durch seedukative Sequenzen weiterentwickelt werden sollte, um individuelle Potenziale besser zu fördern.
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