Magisterarbeit, 2007
102 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Was ist ein Projekt ?
2.1. Die Verwendung des Begriffs „Projekt“
2.2. Didaktische Einordnung
3. Unterschiedliche Konzeptionen der Projektmethode
3.1. Projekte mit dem Ziel der Herstellung gegenständlicher Produkte
3.2. Projekte mit dem Ziel „nützlichen“ Orientierungs- und Handlungswissens
3.3. Projekte als fächerübergreifendes Lernen an einem Thema im Unterricht
3.4. Projekte als auf besondere Weise schülerzentriert gestalteten Lehrgangsunterrichts
3.5. Projekte als Methode handlungsorientierten Unterrichts im Rahmen eines umfassenden, philosophisch begründeten Erziehungskonzepts
3.6. Projekte als universelles Modell für den Unterricht
3.7. Projekt als pädagogisches Experiment
3.8. Projekt als aktionistisches Modell
3.9. Projektmethode als bildungstheoretisch begründetes Modell
4. Gesellschaftliche Begründung für das Lernen in Projekten
4.1. Symptome einer veränderten gesellschaftlichen Basis für den Bildungsauftrag der Schule
4.2. Krise der Erfahrungsmöglichkeiten
4.3. Krisen der Kindheit und des sozialen Verhaltens
4.4. Krise der Schule
4.5. Veränderungen in der beruflichen Ausbildung und Praxis
5. Lernen durch Konstruktion
6. Wissen
6.1. Netzwerke des Wissens
6.2. Bedeutung des bereichsspezifischen Wissens
6.3. Die Sinnlosigkeit einer rein formalen Bildung
6.4. Aufbau bereichsspezifischen Wissen durch exemplarisches Lernen
6.5. Intelligentes Wissen vermitteln – die primäre Aufgabe der Schule
7. Handeln
8. Selbstwirksamkeitstheorie
9. Projektunterricht und institutionelles Lernen in der Schule
10. Projekte planen und durchführen
10.1. Projektinitiative
10.2. Auseinandersetzung mit der Projektinitiative in einem vorher vereinbarten Rahmen
10.3. Plan zur Problemlösung entwickeln – kooperative Planung
10.4. Handlungsorientierte Auseinandersetzung
10.5. Problemlösung reflektieren
11. Schlussbemerkung
Das Hauptziel dieser Magisterarbeit besteht darin, die Projektmethode als notwendiges Korrektiv im schulischen Unterricht zu evaluieren, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, welchen didaktischen Ort das Projektlernen in einer auf Transformation ausgerichteten, zeitgemäßen Schule unter Berücksichtigung konstruktivistischer und handlungstheoretischer Ansätze einnimmt.
3.8. Projekt als aktionistisches Modell
Suin de Boutemard (1975) hat die deutsche Projektdiskussion entscheidend beeinflusst. Er geht von der These aus, dass die Schule das Ziel habe, die soziale Handlungsperformanz auszubilden und das bestehende Gesellschaftssystem menschlicher zu gestalten. Den Projektunterricht grenzt er von anderen Unterrichtsformen ab. Einen Merkmalskatalog stellt er nicht auf. Drei Grundformen des Unterrichts werden idealtypisch unterschieden: Informationsunterricht, Problemunterricht (Inhalte werden nicht nur weitergegeben, sondern reinterpretiert und umstrukturiert) und Projektunterricht. In letzterem geht es um die Ermöglichung von Primärerfahrungen und deren Interpretation. Mit „Expedition“ bezeichnet er das Erschließen von Lernorten außerhalb der Schule, die in allen drei Grundformen auftreten kann. Dort sollen Erfahrungen und Material gesammelt werden, mit dem man im „Kurs“ weiterarbeiten kann. Begleitet werden Expedition und Kurs, falls erforderlich, durch fachspezifische Lehrgänge und problemverarbeitende Unterrichtsgespräche. Dann gibt es noch die „Aktion“. Diese hat das Ziel, die schulische und außerschulische Umwelt verbessernd zu verändern, und zwar im Sinne der Überwindung von Missständen, die durch das kapitalistische Gesellschaftssystem bedingt sind. (vgl. Knoll, 2000) Eine solche Aktion kann bevorzugt als Projekt stattfinden. An dessen Organisation und Durchführung sind Lehrer und Schüler aktiv beteiligt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Schulreformen seit den 60er Jahren und verortet die Relevanz des Projektunterrichts innerhalb der aktuellen bildungspolitischen Debatten und Studien.
2. Was ist ein Projekt ?: Dieses Kapitel analysiert das breite Begriffsspektrum von „Projekt“ und die damit verbundenen didaktischen Schwierigkeiten der Einordnung in die Schulpraxis.
3. Unterschiedliche Konzeptionen der Projektmethode: Es werden verschiedene theoretische Ansätze und Modelltypen des Projektunterrichts, unter anderem nach Knoll, Dewey und Frey, detailliert gegenübergestellt.
4. Gesellschaftliche Begründung für das Lernen in Projekten: Das Kapitel untersucht gesellschaftliche Krisensymptome wie den Verlust von Erfahrungsmöglichkeiten und die Krise des sozialen Verhaltens als Auslöser für den Ruf nach projektorientiertem Unterricht.
5. Lernen durch Konstruktion: Hier werden konstruktivistische Lerntheorien erläutert, die besagen, dass Wissen nicht entdeckt, sondern individuell und sozial konstruiert wird.
6. Wissen: Dieser Abschnitt behandelt die Bedeutung von Wissensnetzwerken und bereichsspezifischem Wissen gegenüber rein formalen Bildungsansätzen.
7. Handeln: Das Kapitel verknüpft Lernen mit Handeln und untersucht den Begriff der Handlungsorientierung im pädagogischen Kontext.
8. Selbstwirksamkeitstheorie: Die Rolle von Selbstwirksamkeitserwartungen für Motivation und erfolgreiche Lernprozesse im schulischen Alltag wird hier theoretisch fundiert.
9. Projektunterricht und institutionelles Lernen in der Schule: Es wird die notwendige Verzahnung von Projektunterricht mit dem institutionellen Rahmen der Schule thematisiert.
10. Projekte planen und durchführen: Dieses Kapitel bietet einen praktischen Leitfaden für den Ablauf von Projektinitiative bis zur Reflexion der Problemlösung.
11. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einem Plädoyer für eine fundierte, in die Schulentwicklung eingebettete Integration des Projektunterrichts.
Projektunterricht, Projektmethode, Konstruktivismus, Handlungsorientierung, Schulentwicklung, bereichsspezifisches Wissen, situiertes Lernen, Selbstwirksamkeit, Bildungsauftrag, Didaktik, Reformpädagogik, Sozialkompetenz, kognitive Konstruktion, Lehr-Lern-Arrangements, Kompetenzentwicklung
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung und praktischen Bedeutung des Projektunterrichts als notwendige Ergänzung zum traditionellen, lehrgangsmäßigen Schulunterricht.
Thematisiert werden historische Konzeptionen der Projektmethode, konstruktivistische Erkenntnistheorien, die Rolle des bereichsspezifischen Wissens, handlungstheoretische Ansätze und die schulentwicklungstheoretische Verankerung.
Das Ziel ist es, einen theoretisch abgesicherten didaktischen Ort für den Projektunterricht in der Regelschule zu bestimmen, um einen Beitrag zur inneren Schulreform zu leisten.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse fachdidaktischer Literatur, bildungswissenschaftlicher Theorien und der Auswertung zentraler Studien zur Lernpsychologie und Schulentwicklung.
Der Hauptteil analysiert, warum das Lernen in Projekten bei gesellschaftlichen Umbrüchen Konjunktur hat, wie Wissen konstruktivistisch erworben wird und wie Projektunterricht konkret in den institutionellen Alltag integriert werden kann.
Projektunterricht, Konstruktivismus, Handlungsorientierung, Schulentwicklung, situiertes Lernen und Kompetenzentwicklung.
Frey integriert die Projektmethode in eine allgemeine Curriculumtheorie, wobei er sie als ideale Konkretisierung sieht, aber pragmatische Grenzen zur Verzahnung mit Fachunterricht anerkennt.
Der Autor will damit aufzeigen, dass nicht jedes Projekt zwangsläufig ein tief integrierter Bestandteil des Curriculums sein muss, sondern manche Projekte als "Sonderaktionen" zur Lebendigkeit des Schullebens beitragen.
Er betont, dass Lernen trotz spielerischer oder motivierender Elemente immer eine ernsthafte Anstrengung erfordert, um tatsächlich zu intellektuellem Wachstum und fachlichem Können zu führen.
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