Forschungsarbeit, 2005
30 Seiten
1 EINLEITUNG UND PROBLEMAUFRISS
2 PERSPEKTIVEN AUF DAS PROBLEM „FÖRDERUNG UND FORDERUNG“ IN DER LITERATUR
3 DAS FALLBEISPIEL: „INTENSIVKURSE AN EINER GYMNASIALEN ORIENTIERUNGSSTUFE“
3.1 Beschreibung des Intensivkurs-Konzepts an einer gymnasialen Orientierungsstufe
3.2 Exemplarische Vorstellung von vorliegenden empirischen Daten (Q-Schnitt)
3.3 Schlussfolgerungen aus den Daten
4 EVALUATION ALS AUFGABE VON SCHULEN – GRENZEN UND MÖGLICHKEITEN
5 EMPFEHLUNGEN ZUR ZUKÜNFTIGEN GESTALTUNG DES INTENSIVKURS-KONZEPTS
Die vorliegende Arbeit evaluiert das schuleigene Intensivkurs-Konzept an einer gymnasialen Orientierungsstufe, um zu untersuchen, inwieweit das System den Anforderungen des gleichzeitigen Förderns und Forderns in leistungsheterogenen Gruppen gerecht wird.
Der Umgang mit Aufgaben
Die Konzeption und der Umgang mit Aufgaben, seien es mündliche Arbeitsaufträge, gelenkte Fragen im Unterrichtsgespräch oder schriftliche Problemstellung gehören zu den Kernbereichen erfolgreichen Unterrichtens (vgl. von Ilsemann, 2003, 126f). Aufgaben können dazu anregen, Neues zu erfinden, Bekanntes abzuwandeln, zu spezifizieren, mit Neuem zu vergleichen, es zu beschreiben und zu interpretieren (vgl. Bruder 2003, 12). Damit ist das Spektrum der Möglichkeiten nur ansatzweise umrissen. Leider kommen im entsprechenden Schulalltag meist nur wenige Variationen zur Anwendung.
Eine Aufgabe besteht zumeist aus einer Ausgangssituation (‚Problem’), Anregungen zur Transformation (‚Bearbeitungswege’) und dem Endzustand (‚Lösung’) (vgl. Bruder 2003, 13). Je nach Anlage und Einsatzzeitpunkt erfüllen Aufgaben unterschiedliche Funktionen: Sie sind Mittel zum Ergänzen von Wissen, sie dienen der Lehrkraft als diagnostisches Instrumentarium für den Verlauf des Lernvorgangs und sorgen für die Ausprägung der Fähigkeit des Problemlösens (vgl. Bruder, 2003, 14). Immer aber sind Aufgaben ein wichtiger Mittler zwischen Sache und Person.
Die Magdeburger Didaktikerin Renate Girmes hat sie als „Beziehungsstifter“ tituliert (Girmes 2003, 6) und betont damit ihren verbindenden Stellenwert. Damit Aufgaben ihren beziehungsstiftenden Charakter entfalten können, müssen sie eine Lücke enthalten, d.h. ein Problem eröffnen, an dem sich Interesse entzünden und entwickeln kann. Gleichzeitig müssen sie Hinweise auf das Pontenzial geben, mit dem die Lücke zu schließen ist. Das Erwecken von Interesse gelingt nur dann, wenn die Aufgabe sich aus dem lebensweltlichen Bezug herleiten lässt oder sich mit ihm verbindet.
1 EINLEITUNG UND PROBLEMAUFRISS: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Förderns und Forderns an Regelschulen ein und formuliert auf Basis eines Praxisbeispiels die zentralen Fragestellungen der Evaluation.
2 PERSPEKTIVEN AUF DAS PROBLEM „FÖRDERUNG UND FORDERUNG“ IN DER LITERATUR: Hier werden theoretische Ansätze zur Leistungsheterogenität sowie didaktische Überlegungen zum Umgang mit Aufgaben im Kontext von Fördern und Fordern dargelegt.
3 DAS FALLBEISPIEL: „INTENSIVKURSE AN EINER GYMNASIALEN ORIENTIERUNGSSTUFE“: In diesem Kapitel erfolgt die Beschreibung des Intensivkurs-Konzepts sowie die empirische Auswertung und Diskussion der von Schülern erhobenen Daten.
4 EVALUATION ALS AUFGABE VON SCHULEN – GRENZEN UND MÖGLICHKEITEN: Dieses Kapitel reflektiert den Prozess der schulinternen Evaluation, die dabei aufgetretenen Schwierigkeiten und die methodischen Herausforderungen.
5 EMPFEHLUNGEN ZUR ZUKÜNFTIGEN GESTALTUNG DES INTENSIVKURS-KONZEPTS: Abschließend werden auf Basis der Ergebnisse praxisnahe Thesen zur Weiterentwicklung des Konzepts für die gymnasiale Orientierungsstufe formuliert.
Fördern und Fordern, Evaluation, Intensivkurse, Leistungsheterogenität, Binnendifferenzierung, schulinterne Evaluation, Schulentwicklung, Unterrichtsorganisation, Aufgabenkultur, Orientierungsstufe, Lernförderung, empirische Datenanalyse, Kompetenzentwicklung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der internen Evaluation von schuleigenen Förderprogrammen (Intensivkurse) an einer gymnasialen Orientierungsstufe hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bei der Förderung und Forderung von Schülern.
Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Theorie des Förderns und Forderns, der praktischen Organisation von Intensivkursen in den Kernfächern sowie der methodischen Reflexion über schulische Evaluationsprozesse.
Das Ziel ist es, den Ist-Zustand der Intensivkurse zu dokumentieren, die Qualität der Arbeit zu prüfen und zu untersuchen, ob die gesetzten Ansprüche an ein kombiniertes Förder- und Forderkonzept in der Realität erreicht werden.
Es wurde eine quantitative Evaluation mittels Schülerfragebögen durchgeführt, ergänzt durch eine qualitative Reflexion auf Basis eines Interviews mit einem Mitglied der Steuergruppe.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die empirische Datenauswertung (Q-Schnitt) der Schülerbefragung sowie die kritische Reflexion des Evaluationsprozesses selbst.
Zentrale Begriffe sind Fördern und Fordern, Binnendifferenzierung, Leistungsheterogenität, Schulentwicklung und Evaluation.
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Differenzierung nicht nur eine räumliche Trennung, sondern vor allem die Änderung des Unterrichtsstils und die Bereitstellung offener Aufgaben voraussetzt.
Das Reüssieren bei Klassenarbeiten wird als Kriterium zwar von Eltern bevorzugt, ist jedoch bei der Evaluation am schwersten isoliert auf die Maßnahmen der Intensivkurse zurückzuführen, da Faktoren wie Prüfungsangst und äußere Bedingungen mitspielen.
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