Examensarbeit, 2007
74 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Diskussion um den ‚Offenen Unterricht’
2.1 ‚Offener Unterricht’ in der aktuellen Bildungsdiskussion
2.2 Was soll geöffnet werden?
2.3 Schwierigkeit einer einheitlichen Definition für ‚Offenen Unterricht’
3. Formen des ‚Offenen Unterrichts’:
3.1 Wochenplan
3.2 Freiarbeit / Freie Arbeit
3.3 Projektunterricht
3.4 Werkstattunterricht
3.5 Arbeit an Stationen / Stationslernen
3.6 Offener Unterricht
3.7 Fazit
4. Der methodisch-didaktische Rahmen:
4.1 Grundlegende Gestaltungsprinzipien
4.1.1 Grundsätze der Unterrichtsgestaltung im Offenen Unterricht (nach Falko Peschel)
4.1.2 Organisation des Schullebens
4.1.3 Funktionalität der Räume
4.1.4 Rhythmisierung des Schultages
4.1.5 Material
4.2 Rolle des Lehrers im Offenen Unterricht
4.2.1 Veränderte Aufgaben und Unterrichtsvorbereitung
4.2.2 Anforderungen
4.2.2.1 Reflexion
5. Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit der Schüler
5.1 Selbsttätigkeit der Schüler im Zusammenhang mit dem Öffnungsgrad der einzelnen Formen Offenen Unterrichts
5.2 Anforderungen an die Schüler
5.3 Selbstbildung
5.3.1 Stärkung des eigenen Ichs – das Selbstwertgefühl
6. Beurteilung der Arbeitsergebnisse der Schüler/ Leistungsentwicklung der Kinder
6.1 Welche Maßstäbe / Kriterien gibt es?
6.2 Rückmelden und Bewerten durch die Schüler selbst
6.3 Rückmelden und Bewerten durch den Lehrer
7. Offene Arbeitsformen an Beispielen:
7.1 Heide Bambachs ‚Versammlung’
7.2 ‚Lesen- und Schreibenlernen im Anfangsunterricht’ bei Falko Peschel
8. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Chancen und Strukturen des Offenen Unterrichts und beleuchtet, wie durch eine gezielte Planung und einen methodisch-didaktischen Rahmen die Selbstbildung der Schüler gefördert werden kann, ohne sie durch eine Fülle an Möglichkeiten zu überfordern.
Die Versammlung
Mit der ‚Versammlung’ wird ein ganz unkonventioneller Weg aufgezeigt, mit Literatur umzugehen. Dass man mit und aus Literatur lernen kann und dass das auch noch Freude bereiten kann, sollen die folgenden Ausführungen zeigen. Aus der Literatur entwächst in diesem Falle Leben und Lernen in der Schule. Die Kinder- und Jugendliteratur wird hierbei zu einem Fenster in die innere und äußere Welt. Oftmals übertreffen die produzierten Kindertexte und die Auseinandersetzung mit ihnen die Erwartungen und Anforderungen des Lehrplans. Dabei liegt es auch an den Lehrern ein gutes Gelingen durch Raum und Zeit lassen, durch Verständnis zeigen und durch sehr vorsichtig angebotene Hilfe zu fördern.
Brügelmann behauptet im Vorwort Bambachs Buches „Erfundene Geschichten erzählen es richtig. Lesen und leben in der Grundschule“, Bücher lesen, Bücher schreiben und über Bücher sprechen: das seien die drei Säulen eines Unterrichts, der von Literatur lebe. Diese besondere Form des Literaturunterrichts, wohl bemerkt in der Primarstufe, stellt ein stark offenes und in großem Maß auf Selbsttätigkeit beruhendes Unterrichtskonzept dar.
1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Kernfrage, wie durch eine Kombination aus vermittelndem Unterricht und selbstverantwortlichem Lernen die Selbstbildung von Grundschülern gelingen kann.
2. Die Diskussion um den ‚Offenen Unterricht’: Dieses Kapitel beleuchtet die bildungspolitische Debatte und die Schwierigkeit, den Begriff ‚Offener Unterricht’ angesichts seiner Vielfalt und Flexibilität präzise zu definieren.
3. Formen des ‚Offenen Unterrichts’: Es werden verschiedene Modelle wie Wochenplan, Freiarbeit, Projektunterricht und Lernwerkstatt vorgestellt und hinsichtlich ihres Grades an organisatorischer, methodischer und inhaltlicher Öffnung analysiert.
4. Der methodisch-didaktische Rahmen: Dieses Kapitel erörtert die notwendigen Bedingungen wie Raumgestaltung, Rhythmisierung und die veränderte Rolle des Lehrers, um selbstbestimmtes Lernen erfolgreich zu rahmen.
5. Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit der Schüler: Der Fokus liegt hier auf den Auswirkungen des Offenen Unterrichts auf die Motivation, Selbstständigkeit und die Entwicklung des Selbstwertgefühls der Kinder.
6. Beurteilung der Arbeitsergebnisse der Schüler/ Leistungsentwicklung der Kinder: Hier wird diskutiert, warum traditionelle Notengebung im Offenen Unterricht unzureichend ist und durch prozessorientierte sowie subjektive Rückmeldeverfahren ersetzt werden sollte.
7. Offene Arbeitsformen an Beispielen: Anhand der Konzepte ‚Versammlung’ von Heide Bambach und ‚Lesen- und Schreibenlernen im Anfangsunterricht’ von Falko Peschel werden praktische Umsetzungen illustriert.
8. Schlussbetrachtung: Die Autorin resümiert, dass Offener Unterricht ein hohes Maß an professioneller Planung erfordert und plädiert für eine Integration sinnvoller Elemente, um Kinder effektiv in ihrem Lernprozess zu unterstützen.
Offener Unterricht, Selbstbildung, Selbstbestimmung, Selbsttätigkeit, Lernkultur, Grundschule, Leistungsbeurteilung, Pädagogik, Schülerorientierung, Individualisierung, Unterrichtsgestaltung, Lernprozess, Literaturunterricht, Sozialkompetenz, Eigenverantwortung.
Die Arbeit untersucht, wie Offener Unterricht als "starke Form" gestaltet sein muss, damit er durch geplante Rahmungen echte Selbstbildung bei Grundschülern ermöglicht.
Behandelt werden unter anderem der Wochenplan, die Freiarbeit, Projektunterricht, Werkstattunterricht, Stationslernen sowie spezifische Ansätze wie die ‚Versammlung’ und freies Schreiben.
Ziel ist es, den Schülern durch Handlungsspielräume zu helfen, eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu lernen, um neben fachlichen Inhalten vor allem überfachliche Kompetenzen und ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln.
Sie stützt sich auf reformpädagogische Ansätze und aktuelle bildungswissenschaftliche Diskussionen, wobei sie kritisch prüft, wie viel Anleitung für effektives Lernen notwendig ist.
Die Lehrkraft wandelt sich vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter und -berater, der durch Beobachtung, gezielte Impulse und eine durchdachte Lernumgebung den Rahmen für Selbstbildung schafft.
Die Autorin argumentiert für prozessorientierte Verfahren wie Entwicklungsberichte, die den individuellen Lernfortschritt in den Mittelpunkt stellen, anstatt Schüler durch Zensuren zu vergleichen.
Dieses Beispiel verdeutlicht, wie durch einen festen, rhythmisierten Rahmen und den Austausch über selbst produzierte Texte eine hohe Lernmotivation und Sprachkompetenz erreicht werden kann.
Während sie das Konzept schätzt, äußert sie aufgrund ihrer Erfahrung mit Kindern aus schriftfernen Milieus Zweifel daran, sich allein auf das individuelle Gespür der Kinder für Rechtschreibung zu verlassen, und befürwortet ergänzende strukturierte Elemente.
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