Examensarbeit, 2007
88 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
Teil I: Wissenschaftlicher Diskurs zur Leistung in der Grundschule
2 Zum Begriff der Leistung
2.1 Gesellschaftliches Leistungsprinzip
2.2 Der schulische Leistungsbegriff
2.3 Das pädagogische Leistungsverständnis
3 Leistungsbeurteilung in der Grundschule
3.1 Anforderungen an die Qualität schulischer Leistungsbeurteilung
3.2 Bezugsnormierung
3.3 Die Problematik der Leistungsbeurteilung
3.4 Rechtsgrundlagen und Bestimmungen - insbesondere im Land Bremen
4 Alternative Formen der Leistungsbeurteilung
4.1 Notenfreie Beurteilungskonzepte – pro und contra
4.2 Ausgewählte Alternativen zum Notenzeugnis
4.2.1 Der Lernentwicklungsbericht (LEB)
4.2.2 Das Portfoliokonzept
Teil II: Fallanalyse
5 Anlage und Durchführung der Untersuchung
5.1 Schulkonzept der ausgewählten Bremer Grundschule
5.2 Fragestellung
5.3 Zur Forschungsmethode: Qualitative Forschung, das Leitfadeninterview
5.4 Durchführung der Untersuchung
5.4.1 Auswahl der Interviewpartner/innen
5.4.2 Durchführung der Interviews
6 Ergebnisse
6.1 Auswertung der Interviews
6.2 Beschreibung der Blickwinkel
6.2.1 Das Interview mit der Lehrkraft
6.2.2 Das Interview mit den Eltern
6.2.3 Das Interview mit den Schülerinnen
6.3 Vergleich und Analyse der Blickwinkel
6.4 Konsequenzen
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Umsetzung einer schülerzentrierten Leistungsbeurteilung in der Grundschule. Zentrales Ziel ist es, den schulischen Leistungsbegriff aus pädagogischer Perspektive kritisch zu beleuchten und den Einsatz von Lernentwicklungsberichten (LEB) sowie Portfolios als Alternative zur klassischen Ziffernbenotung zu analysieren, um so die Bedingungen für individuelles und angstfreies Lernen aufzuzeigen.
3.1 Anforderungen an die Qualität schulischer Leistungsbeurteilung
Leistungsbeurteilungen fundieren auf vielfältigen Informationen. Diese werden innerhalb der üblichen Leistungsbeurteilung meist aus Klassenarbeiten, Tests, Beobachtungen etc. gewonnen. Um diese Informationen sinnvoll nutzen zu können, unter anderem für diagnostische oder selektive Entscheidungen, müsste die Leistungsmessung bestimmte qualitative Anforderungen, so genannte Gütekriterien erfüllen:
• Objektivität (Personenunabhängigkeit): die Ausschaltung subjektiver Einflüsse auf Seiten des Prüfenden. Eine Leistungsmessung bzw. -beurteilung gilt als objektiv, wenn bei einem Wechsel des Prüfenden die Ergebnisse gleich bleiben.
• Reliabilität (Zuverlässigkeit): die Genauigkeit und Sicherheit einer Messung. Eine Leistungsmessung gilt dann als reliabel, wenn das zu messende Merkmal exakt gemessen wird und das Urteil auch im Wiederholungsfall gleich ausfällt.
• Validität (Gültigkeit): Grad der Genauigkeit, mit dem das zu messende Merkmal tatsächlich erfasst wird. Nach Sacher (2004, S. 37) lautet die Grundfrage der Validität: Misst meine Prüfung wirklich vor allem jene Fachkompetenz, die sie messen will?
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Ziffernbenotung ein und stellt das Ziel dar, einen pädagogischen Leistungsbegriff zu entwickeln, der den schülerzentrierten Unterricht unterstützt.
2 Zum Begriff der Leistung: In diesem Kapitel wird der Leistungsbegriff von seinen gesellschaftlichen Ursprüngen abgegrenzt und zu einem pädagogischen Verständnis weiterentwickelt, das den Lernprozess in den Mittelpunkt stellt.
3 Leistungsbeurteilung in der Grundschule: Es werden die Qualitätsanforderungen an die Leistungsbeurteilung (Gütekriterien) sowie die verschiedenen Bezugsnormen erläutert, wobei die Problematik herkömmlicher Prüfungsrituale aufgezeigt wird.
4 Alternative Formen der Leistungsbeurteilung: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit von Alternativen zur Notengebung und beschreibt detailliert den Lernentwicklungsbericht sowie das Portfoliokonzept als Instrumente einer veränderten Lernkultur.
5 Anlage und Durchführung der Untersuchung: Der empirische Teil beschreibt das Schulkonzept der untersuchten Bremer Grundschule und die Methodik der durchgeführten Leitfadeninterviews mit Lehrkraft, Eltern und Schülerinnen.
6 Ergebnisse: Hier werden die Interviewergebnisse dargestellt, ausgewertet und die verschiedenen Blickwinkel der Beteiligten auf die Leistungsbeurteilung analysiert sowie Konsequenzen für die Praxis abgeleitet.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Hypothese, dass eine alternative Leistungsbeurteilung zwingend an ein schülerzentriertes Unterrichtskonzept gebunden sein muss.
Leistungsbeurteilung, Grundschule, Ziffernnoten, Lernentwicklungsbericht, Portfolio, schülerzentrierter Unterricht, pädagogisches Leistungsverständnis, Bezugsnormierung, Leistungsmotivation, Qualitative Sozialforschung, Leitfadeninterview, Selbstständigkeit, Lernprozess, Schulleistung, Diagnostik.
Die Arbeit thematisiert den Konflikt zwischen traditionellen Ziffernnoten und einem schülerzentrierten pädagogischen Leistungsverständnis in der Grundschule.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Leistung, die Probleme der Notengebung, die Einführung alternativer Beurteilungsformen und die empirische Untersuchung dieser Konzepte in der Praxis.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie der pädagogische Leistungsbegriff als Grundlage für alternative Leistungsbeurteilungen erfolgreich in den Unterricht integriert werden kann.
Es wird eine qualitative Untersuchung in Form von leitfadengestützten Interviews mit Lehrkräften, Eltern und Kindern durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Diskurs zur Leistungsbeurteilung und eine empirische Fallanalyse an einer ausgewählten Bremer Grundschule.
Wichtige Begriffe sind Leistungsbeurteilung, Grundschule, Lernentwicklungsbericht, Portfolio, schülerzentrierter Unterricht und pädagogisches Leistungsverständnis.
Die Kritik richtet sich gegen die mangelnde Objektivität, Reliabilität und Validität von Noten sowie den hohen Leistungsdruck und die Konkurrenzorientierung, die das Kind als Person oft in den Hintergrund drängen.
Das Portfolio dient als leistungsdokumentierendes und unterrichtsbegleitendes Instrument, das es Schülern ermöglicht, ihre Lernfortschritte und ihren individuellen Lernweg eigenverantwortlich abzubilden.
Eltern stehen der Veränderung zwiespältig gegenüber; sie schätzen den Wegfall von Druck, vermissen aber teilweise klare, vergleichbare Informationen, die sie aus der traditionellen Notengebung gewohnt sind.
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