Bachelorarbeit, 2018
72 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Modell der Gewaltfreien Kommunikation
2.1 Begriffsdefinition „Gewaltfreie Kommunikation“
2.2 Marshall B. Rosenberg und die Entstehung der GFK
2.3 Prämissen, Menschenbild und Haltung in der GFK
2.4 Das Vier-Schritte-Modell
2.4.1 Beobachten ohne zu bewerten
2.4.2 Gefühle erkennen und ausdrücken
2.4.3 Bedürfnisse benennen
2.4.4 Eine konkrete Bitte formulieren
2.5 Empathie
2.6 Ziele und Absichten der GFK
2.7 Zwischenfazit
3 Gewaltfreie Kommunikation im Unterricht
3.1 Rollenverständnis des Lehrkörpers in der GFK
3.2 Unterrichtsgestaltung im Sinne der GFK mit besonderem Fokus auf die LehrerInnen-SchülerInnen Beziehung
3.3 Der Umgang mit Macht
3.4 Zwischenfazit
4 Das Feedback
4.1 Definition Feedback
4.2 Kriterien effektiver Rückmeldung im Unterricht
4.3 Das Feedback in der GFK
4.3.1 Lob und die Anwendung strafender Macht
4.3.2 Wertschätzung und Anerkennung ausdrücken in der GFK
4.3.3 Der Umgang mit Fehlern in der GFK
4.4 Zwischenfazit
5 Kritische Betrachtung der Gewaltfreien Kommunikation
6 Forschungsfrage
7 Methode
7.1 Datenerhebung
7.2 Sampling
7.3 Interviewumstände
7.4 Datenauswertung
7.4.1 Codierleitfaden
7.4.2 Kategoriensystem
8 Forschungsergebnisse
8.1 Kennenlernen der GFK
8.2 Gewaltfreie Kommunikation im Unterricht
8.2.1 Unterrichtssituationen
8.2.2 Methoden und Übungen
8.2.3 Umgang mit Verweigerung im Unterricht
8.3 Rückmeldung in der GFK
8.4 Chancen und Stärken der GFK
8.5 Grenzen und Herausforderungen der GFK
8.5.1 Im Unterricht
8.5.2 In der Rückmeldung
9 Diskussion
10 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Chancen und Herausforderungen der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) im schulischen Unterricht aus der Perspektive von Lehrenden. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Analyse, wie die GFK in Rückmeldungssituationen gegenüber Schülern angewendet werden kann und inwieweit sie dazu beiträgt, ein lebensbereicherndes Lernklima zu schaffen.
2.4.1 Beobachten ohne zu bewerten
Der erste Schritt des Modells besteht darin, eine Beobachtung von einer Bewertung zu trennen. Hierbei geht es in der GFK nicht darum, hundertprozentig objektiv zu sein, sondern um die Bewusstwerdung der Bewertung (Vgl. Rosenberg 2016a). Die Ausgangsfrage, um die Beobachtung zu formulieren, bezieht sich hierbei auf den Auslöser der Gefühle: „Was hat die andere Person getan, das dich in deiner Lebensqualität einschränkt?“ (Rosenberg 2014, S.15). Hat die jeweilige Person die Frage für sich selbst beantwortet, geht es im nächsten Schritt um die Formulierung. Bei dieser wird darauf Wert gelegt, eine Beobachtung (ohne implizierte Bewertung) wiederzugeben. Rosenberg bezeichnet eine Beobachtung als etwas, das man sehen, hören oder berühren kann. Anders ist es bei einer Bewertung, da hier aus einer Beobachtung auf etwas geschlossen wird (Vgl. Rosenberg und Weidenbach 2013).
Wird eine Beobachtung mit einer Bewertung verknüpft, so besteht die Gefahr, dass diese beim Empfänger der Nachricht als Kritik aufgefasst werden könnte. Das verringert laut Rosenberg die Bereitschaft des Gegenüber, die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen (Vgl. Rosenberg 2016a). Die Schwierigkeit liegt also darin, eine Beobachtung nicht mit einem Urteil, einer Analyse, Lob und Kritik oder gar einer Diagnose in Verbindung zu setzten, sondern diese sauber voneinander zu trennen (Vgl. Orth und Fritz 2013). Die Notwendigkeit dieser Trennung sieht Rosenberg darin, dass eine Bewertung einer statischen Sprache und weniger einer prozessorientierten Sprache dient. Eine statische Sprache widerspricht dem Selbstverständnis der GFK, die sich als „Sprache des Lebens“ versteht. Deshalb ist es bei der Formulierung einer Beobachtung elementar, sich konkret auf die Zeit und den Handlungszusammenhang zu beziehen (Vgl. Rosenberg 2016a).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Gewaltfreien Kommunikation für das schulische Menschenbild und die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern ein, indem sie die Forschungsziele und das methodische Vorgehen umreißt.
2 Das Modell der Gewaltfreien Kommunikation: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der GFK, einschließlich des Vier-Schritte-Modells, der Rolle der Empathie sowie der grundlegenden Prämissen von Marshall B. Rosenberg.
3 Gewaltfreie Kommunikation im Unterricht: Der Hauptteil fokussiert auf das Rollenverständnis von Lehrkräften, die Gestaltung partnerschaftlicher Beziehungen und den Umgang mit Macht im Schulalltag.
4 Das Feedback: Dieses Kapitel definiert effektives Feedback aus erziehungswissenschaftlicher Sicht und analysiert, wie die Prinzipien der GFK in Rückmeldungssituationen, etwa beim Umgang mit Fehlern oder bei der Wertschätzung, integriert werden können.
5 Kritische Betrachtung der Gewaltfreien Kommunikation: Hier erfolgt eine Reflexion über terminologische Unschärfen des Begriffs GFK sowie über praktische Herausforderungen und die empirische Literaturlage.
6 Forschungsfrage: Dieses Kapitel begründet die wissenschaftliche Relevanz der Arbeit und präzisiert die leitenden Forschungsfragen zur Anwendung der GFK im Unterricht und in der Rückmeldung.
7 Methode: Hier wird das qualitative Forschungsparadigma, die Leitfadeninterviews mit Lehrenden sowie die Auswertung mittels der Inhaltsanalyse nach Mayring detailliert beschrieben.
8 Forschungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die durch die Interviews gewonnenen Erkenntnisse, strukturiert nach den Kategorien Kennenlernen der GFK, Anwendung im Unterricht, Feedback sowie Chancen und Herausforderungen.
9 Diskussion: Die Ergebnisse werden hier unter Einbeziehung des Theorieteils kritisch interpretiert und auf die eingangs gestellten Forschungsfragen bezogen.
10 Fazit: Das Fazit fasst die Chancen und Stärken der GFK im Unterricht zusammen, benennt die Grenzen in der Praxis und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Gewaltfreie Kommunikation, GFK, Pädagogik, Unterrichtsgestaltung, Feedback, Lehrer-Schüler-Beziehung, Bedürfnisse, Gefühle, Giraffensprache, Empathie, Leistungsbeurteilung, Schulalltag, Konfliktlösung, Bildung, qualitative Forschung.
Die Arbeit untersucht, wie Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg im schulischen Kontext von Lehrenden angewendet wird und welche Potenziale sie zur Verbesserung der Lehrer-Schüler-Interaktion bietet.
Im Zentrum stehen die theoretische Fundierung der GFK, die praktische Umsetzung der Kommunikation im Unterricht, der Umgang mit Feedback und Macht sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Anwendbarkeit im oft leistungsorientierten Schulalltag.
Die Arbeit erforscht, welche Chancen und Herausforderungen sich für Lehrkräfte ergeben, die GFK-Prinzipien im Unterricht anwenden, sowie wie GFK die Gestaltung von Rückmeldungen gegenüber Schülern beeinflusst.
Es handelt sich um eine qualitative Forschungsarbeit. Als Methode wurden Leitfadeninterviews mit Lehrkräften durchgeführt und die gewonnenen Daten anschließend mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Modell der GFK, Feedback), eine kritische Betrachtung der Methode und eine empirische Analyse. Letztere stützt sich auf ein Kategoriensystem, das unter anderem "Unterrichtssituationen", "Umgang mit Verweigerung" und "Grenzen der GFK" beleuchtet.
Gewaltfreie Kommunikation, GFK, Feedback im Unterricht, Lehrer-Schüler-Beziehung, pädagogische Praxis, Konfliktlösung, Bedürfnisse, Gefühle, Giraffensprache und Schulkultur.
Die Befragten reflektieren einen deutlichen Zwiespalt. Während sie die GFK als Haltung bevorzugen, die den Menschen als Ganzes sieht, erleben sie das offizielle Notensystem oft als Hindernis oder "lebensentfremdend", was hohe Anforderungen an ihre innere Haltung stellt.
Die größte Hürde liegt in der Macht der Gewohnheit. Schnellschüsse wie "gut gemacht" oder "richtig/falsch" sind tief im Schulalltag verankert. Zudem erfordert die GFK-Rückmeldung ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Zeit, um Gefühle und Bedürfnisse wertneutral und beobachtungsbasiert auszudrücken.
Besonders bewährt sich die Methode in Konfliktsituationen, im Klassenrat und in Einzelgesprächen, in denen es darum geht, Vertrauen aufzubauen und den Schüler in seinen Bedürfnissen ernst zu nehmen, anstatt nur sein Verhalten zu bewerten.
Selbstoffenbarung ist in der GFK ein wichtiges Werkzeug, wenn die Lehrkraft in Not ist. Allerdings zeigen die Interviews, dass dies für Schüler ungewohnt sein kann und die Lehrkraft sich in diesen Momenten verletzlich und angreifbar macht.
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