Examensarbeit, 2020
103 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsdefinition und begriffliche Einordnung
2.1 Aggression
2.2 Gewalt
2.3 Mobbing/Bullying
2.4 Gewaltkriminalität
3 Theoretische Erklärungsmodelle für Aggression und Gewalt
3.1 Psychologische Theorien
3.1.1 Lerntheorien
3.1.2 Instinkt- und Triebtheorien
3.1.3 Frustrations-Aggressions-Theorie
3.2 Soziologische Theorien
3.2.1 Anomietheorie
3.2.2 Etikettierungstheorien
3.3 Integrative Theorien
3.3.1 Sozialisationstheoretischer Ansatz
3.3.2 Geschlechtsspezifische Erklärungsmodelle
3.3.3 Sozialökologische Theorieansätze mit Schulbezug
4 Verbreitung von Gewaltkriminalität bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden
4.1 Tatverdächtige und Täter von Gewalttaten
4.2 Opfer von Gewalttaten
5 Außerschulische Gewalt
5.1 Familie
5.2 Gruppe der Gleichaltrigen – Jugendkulturen und Gewalt
6 Formen und Ausmaß von Gewalt an Schulen – Akteur*innen
6.1 Gewalt unter Schülerinnen und Schülern
6.2 Gewalt von Lehrpersonen gegen Schülerinnen und Schüler
6.3 Gewalt von Schülerinnen und Schülern gegen Lehrpersonen
7 Gewaltprävention an Schulen
7.1 Begriffsbestimmung und Formen der Gewaltprävention
7.2 Systemische Gewaltprävention
7.3 Allgemeine pädagogische Präventionsmöglichkeiten
7.3.1 Individuelle Schüler*innenebene
7.3.2 Klassenebene
7.3.3 Schulebene
7.4 Spezielle Präventionsprogramme
7.4.1 Streitschlichterprogramme
7.4.2 „FAUSTLOS“
7.4.3 Das Konstanzer Trainingsmodell
8 Fazit
Die wissenschaftliche Hausarbeit untersucht das komplexe Phänomen der Gewalt im schulischen Kontext, analysiert deren Erscheinungsformen, Ursachen sowie das tatsächliche Ausmaß und stellt wirksame Präventionsmöglichkeiten für verschiedene Akteur*innen vor.
3.1.1 Lerntheorien
Ende der 1970er Jahre konnte der kanadische Psychologe und Lernforscher Albert Bandura in mehreren Experimenten belegen, dass soziale Verhaltensweisen wie aggressives und gewalttätiges Verhalten das Ergebnis von Lernprozessen ist (vgl. Bertet/Keller 2011: 19). Lernen meint dabei die Veränderungen personaler Dispositionen, wie beispielsweise Wissen und Fertigkeiten aber auch Gewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen usw., aufgrund von gemachten Erfahrungen, z.B. durch Beobachtung (vgl. Arabatzidou 2015: 34; Gantzer 2011: 27; Schubarth 2019: 43). Diese Prozesse können dabei sowohl von realen Vorbildern (Eltern, Gleichaltrige, Lehrpersonen usw.) wie auch durch mediale Vorbilder initiiert werden (vgl. Bertet/Keller 2011: 19).
Den Lerntheorien zufolge werden aggressive Handlungen insbesondere in Phasen der frühkindlichen Entwicklung und somit großteils in der Familie erlernt (vgl. Hurrelmann/Bründel 2007: 40). Auch Fuchs et al. (2009: 36) betonen die Tragweite der Familie für die Handlungsmuster sowie Norm- und Wertevorstellungen von Kindern. „Gewaltförmiges Problemlösungsverhalten und Gewalt befürwortende Einstellungen der Eltern finden sich in gewissem Maße auch im Verhalten und den Einstellungen der Kinder wieder“ (Fuchs et al. 2009: 36).
Für aggressives und gewalttätiges Verhalten sind nach Auffassung der Lerntheorien drei Typen des Lernens von Bedeutung: Lernen am Modell, Lernen am Erfolg bzw. Misserfolg sowie kognitives Lernen (vgl. Arabatzidou 2015: 34; Gantzer 2011: 27; Schubarth 2019: 43). Auch diese Typen des Lernens werden in den meisten Fällen in der Praxis nicht in Reinform vorkommen, sondern weisen zahlreiche Überschneidungen auf (Arabatzidou 2015: 34).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Wahrnehmung von zunehmender Aggression und Gewalt und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich des Ausmaßes und der Präventionsmöglichkeiten im schulischen Kontext ab.
2 Begriffsdefinition und begriffliche Einordnung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Aggression, Gewalt, Mobbing/Bullying und Gewaltkriminalität, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3 Theoretische Erklärungsmodelle für Aggression und Gewalt: Hier werden psychologische, soziologische und integrative Erklärungsmodelle für die Ursachen von Gewalt vorgestellt, die den theoretischen Rahmen für präventives Handeln bilden.
4 Verbreitung von Gewaltkriminalität bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden: Es werden statistische Daten zur Gewaltkriminalität analysiert, wobei Muster bezüglich Alter, Geschlecht und Nationalität beleuchtet werden.
5 Außerschulische Gewalt: Das Kapitel thematisiert Gewalt in der Familie und der Gruppe der Gleichaltrigen als maßgebliche Sozialisationsinstanzen, die einen direkten Einfluss auf die schulische Gewaltgenese haben.
6 Formen und Ausmaß von Gewalt an Schulen – Akteur*innen: Diese Untersuchung differenziert zwischen Gewalt unter Schülern sowie Gewalt von und gegen Lehrkräfte und bewertet die Häufigkeit und Schwere dieser Phänomene.
7 Gewaltprävention an Schulen: Es werden verschiedene Präventionsformen (primär, sekundär, tertiär) erläutert und spezifische Programme wie Streitschlichter, FAUSTLOS und das Konstanzer Trainingsmodell vorgestellt.
8 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen sowie notwendige Forderungen für die schulische Praxis.
Schulgewalt, Gewaltprävention, Aggression, Mobbing, Bullying, Sozialisation, Lernprozesse, Schulklima, Interventionsmaßnahmen, Pädagogisches Handeln, Lehrkraft, Konstanzer Trainingsmodell, FAUSTLOS, Schülerbeziehung, Gewaltkriminalität
Die Arbeit analysiert das Thema Gewalt im schulischen Umfeld. Dabei werden Ursachen, Ausprägungen und die Verbreitung von Gewalt untersucht, um daraus konkrete pädagogische Strategien zur Prävention abzuleiten.
Zentral sind die theoretische Fundierung von Gewaltphänomenen, der Vergleich von schulischer und außerschulischer Gewalt sowie die praktische Umsetzung von Präventionsprogrammen in verschiedenen Schulkontexten.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, wie und in welchem Ausmaß sich Gewalt an Schulen zeigt und welche präventiven Handlungsmöglichkeiten den beteiligten Akteuren, insbesondere Lehrkräften, zur Verfügung stehen.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse aktueller Fachliteratur, wissenschaftlicher Studien, polizeilicher Kriminalstatistiken und Dunkelfeldstudien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe, die Vorstellung theoretischer Erklärungsmodelle (Psychologie/Soziologie), die Analyse der Verbreitung von Gewalt und die detaillierte Darstellung von Präventionsansätzen.
Kernbegriffe sind unter anderem Schulgewalt, Gewaltprävention, Sozialisation, Schulklima, Interventionsmaßnahmen und pädagogische Handlungskompetenz.
Laut der Arbeit spielt die Familie eine entscheidende Rolle als Sozialisationsinstanz. Erziehungsstile und im Elternhaus erfahrene Gewalt beeinflussen maßgeblich das Aggressionspotenzial und das Konfliktlösungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in der Schule.
Das KTM ist bedeutsam, weil es im Gegensatz zu Programmen für Schüler direkt bei den Lehrkräften ansetzt. Es zielt darauf ab, durch die Reflexion subjektiver Alltagstheorien die Sozial- und Selbstkompetenz von Lehrpersonen in Konfliktsituationen nachhaltig zu stärken.
Ja, Studien zeigen, dass männliche Jugendliche öfter durch physische Gewalt auffallen, während Mädchen eher dazu neigen, psychische oder verbale Gewaltformen anzuwenden, wobei sich das Aggressionserleben in der Summe jedoch ähnelt.
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