Examensarbeit, 2007
72 Seiten, Note: 1,3
1 Definitionen zur Zweisprachigkeit
1.1 Zweisprachigkeit
1.2. Die Entwicklung der Zweisprachigkeit
1.3. Formen der Zweisprachigkeit
1.3.1 Zweisprachigkeit in Bezug auf die Altersstufe
1.3.2 Frühe Zweisprachigkeit
1.3.3 Dominante und ausgewogene Zweisprachigkeit
1.3.4 Kompakte und koordinierte Zweisprachigkeit
1.3.5 Bi- und monokulurelle Zweisprachigkeit
1.3.6 Additive und subtraktive Zweisprachigkeit
2 Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis bilingualer Erziehung
2.1 Die bilinguale Erziehung
2.2 Die Typen des frühen Spracherwerbs
2.2.1 Typ 1: Die Methode „Eine Person- eine Sprache“
2.2.2 Typ 2: Die Methode „Familiensprache = Nichtumgebungssprache“
2.2.3 Typ 3: Die Methode der „Nicht-dominante Familiensprache ohne Unterstützung der Umgebung“
2.2.4 Typ 4: Die Methode der „Doppelten nicht dominanten Sprache in der Familie ohne Unterstützung der Umgebung“
2.2.5 Typ 5: Die Methode „Nicht-muttersprachliche Eltern“
2.2.6 Typ 6: Die Methode des „Gemischter Sprachgebrauch“
3 Bilinguale Erscheinungen
3.1 Semilingualismus/ Halbsprachigkeit
3.2 Sprachverspätungen
3.3 Sprachmischungen und Interferenzen
3.4 Bewusstsein der Zweisprachigkeit in Abhängigkeit vom Alter
4 Zweisprachigkeit und Kognition
4.1 Zweisprachigkeit und Intelligenz
4.1.1 Die Periode der negativen Auswirkungen
4.1.2 Die Periode der neutralen Auswirkungen
4.1.3 Die Periode der positiven Auswirkungen
4.2 Zweisprachigkeit und kreatives/divergentes Denken
4.2.1 Die Interdependenz- und Schwellenhypothese
4.2.2 Zweisprachigkeit und metasprachliches Bewusstsein
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Verständnis über das Phänomen der Zweisprachigkeit, insbesondere im Kontext der bilingualen Erziehung in der Praxis, zu entwickeln. Sie untersucht die theoretischen Grundlagen sowie die verschiedenen Methoden des frühen Spracherwerbs und analysiert deren Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung des Kindes.
2.2.1 Typ 1: Die Methode „Eine Person-eine Sprache“
RONJAT war der Erste, der die Entwicklung seines zweisprachig aufwachsenden Kindes verfolgt und aufgezeichnet hat. Im Anschluss seiner Veröffentlichungen schlossen sich viele Eltern dem Prinzip ‚une personne, une langue‘ an, nachdem von der erfolgreichen zweisprachigen Erziehung seines Sohnes Louis berichtet wurde. GRAMMONT riet RONJAT nach der Geburt seines Sohnes zu jenem Prinzip: „There is nothing to teach him. It is sufficient that when something is said to him it be said in one of the languages you want him to know. But the important thing is that each language be represented by a different person; that you, for example, always speak French to him, his mother German. Never reverse these roles. In this way, when he begins to speak, he will speak the two languages without being conscious of doing so and without having made any special effort to learn them. (Translated from the French)”
Genau wie RONJAT befolgte auch Leopold das ‚une personne, une langue‘ Prinzip. Er sprach mit seiner Tochter Hildegard in deutscher und seine Frau in englischer Sprache. Waren jedoch monolinguale englisch sprechende Besucher anwesend, wandte er sich auf Englisch an seine Tochter. In seinen Tagebuchaufzeichnungen schrieb Leopold, dass Hildegard bis zu dem Alter von 1.9 Jahren die zwei Sprachen nicht auseinander halten könnte und die Sprachen auch nicht mit bestimmten Personen assoziieren würde, obwohl sie von den Eltern auf zwei verschiedenen Sprachen angesprochen wurde.
In diesem Zeitraum standen die beiden Sprachen in Konkurrenz zueinander. Hildegard verwendete beispielsweise von 1.0 bis 1.9 Jahren ständig das deutsche Wort Ball. Mit 1.9 Jahren begann sie allerdings, das englische Wort ball zu benutzen, welches sich nur in der Aussprache der deutschen Bezeichnung für Ball unterschied. Die englische und deutsche Form blieben eine Zeit lang nebeneinander bestehen, bis die englische Form übernommen wurde.
1 Definitionen zur Zweisprachigkeit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Zweisprachigkeit, dessen historische Entwicklung sowie verschiedene theoretische Einteilungsformen.
2 Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis bilingualer Erziehung: Hier werden sechs verschiedene Methoden des frühen bilingualen Spracherwerbs anhand von Fallstudien praxisnah vorgestellt und analysiert.
3 Bilinguale Erscheinungen: Dieses Kapitel widmet sich möglichen Auffälligkeiten wie Semilingualismus, Sprachverspätungen und Sprachmischungen im bilingualen Erwerbsprozess.
4 Zweisprachigkeit und Kognition: Der letzte Teil untersucht den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Zweisprachigkeit, kognitiven Leistungen, Intelligenz sowie kreativem Denken.
Zweisprachigkeit, bilinguale Erziehung, Spracherwerb, Erstsprache, Zweitsprache, Sprachmischung, Interferenz, Semilingualismus, Schwellenhypothese, Kognition, Intelligenz, Sprachentwicklung, Bilingualität, Sprachtrennung, Metasprachliches Bewusstsein
Die Arbeit befasst sich mit den Erfahrungen und Erkenntnissen der bilingualen Erziehung und untersucht, wie Kinder von Geburt an zwei Sprachen erwerben und welche Auswirkungen dies hat.
Die zentralen Themen sind Definitionen von Zweisprachigkeit, verschiedene Methoden der Spracherziehung, typische bilinguale Erscheinungen sowie die Auswirkungen auf Kognition und Denken.
Ziel ist es, den Begriff der Zweisprachigkeit theoretisch einzuordnen und zu erarbeiten, wie sich bilinguale Erziehung in der Praxis gestaltet und welche Faktoren ihren Erfolg beeinflussen.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie auf zahlreiche Fallstudien, die die Sprachentwicklung von zweisprachigen Kindern dokumentieren.
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, die Analyse von sechs Methoden des Spracherwerbs, eine Diskussion über bilinguale Störungen und den Zusammenhang zur kognitiven Entwicklung.
Wichtige Begriffe sind Zweisprachigkeit, bilinguale Erziehung, Spracherwerb, Interferenz, Schwellenhypothese, Intelligenz und Kognition.
Dieses Prinzip der funktionalen Sprachtrennung besagt, dass jedes Elternteil konsequent in seiner Muttersprache mit dem Kind kommuniziert, um eine klare Trennung der Sprachen zu ermöglichen.
Die Interdependenzhypothese betont, dass die Kompetenz in der L2 von der bereits entwickelten Kompetenz in der L1 abhängt, während die Schwellenhypothese definiert, ab welchem Niveau kognitive Vorteile durch Zweisprachigkeit zu erwarten sind.
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